Montag, 1. August 2011

Das Feuchtgebiet Välen in Göteborg

Auch wenn viele Göteborger die Badestrände Näset, Askim und Smithska Udden kennen, so ist vielen unter ihnen das Feuchtgebiet Välen, das in nächster Nähe der genannten Badestrände liegt, kaum bekannt. Välen besteht im Grunde aus mehreren historisch Teilen, unter denen sich auch das Feuchtgebiet befindet, das für Liebhaber der Vogelwelt ein beliebtes Ausflugsgebiet ist.


Das Feuchtgebiet Välen entstand beim Rückgang der Eisschicht vor etwa 12.000 Jahren, in dem sich die ersten Menschen bereits vor 8000 Jahren ansiedelten und die „Stora Ån“ sich noch als breiter Fluss in der Bucht ins Meer ergoss. Da das Wasser in der sogenannten Askimsbucht eine Mischung sich von Süßwasser langsam in Salzwasser verwandelt, zieht dieser Küstenstreifen zahlreich Vögel an und bieten auch seltenen Gewächsen eine Heimat.


Die nicht zugängliche Välen-Bucht bietet mit ihrer Durchschnittstiefe von nur wenigen Dezimetern Tier- und Pflanzenarten ein einzigartiges Biotop mitten in Göteborg. Das Aalgras (Seegras, Zostera marina), das in großen Teilen der Bucht wächst, bietet vielen Plattfischen eine Heimat, wobei sich hier auch der Dreistachelige Stichling, die Meerforelle und der Aal wohl fühlen, die ihrerseits Vogelarten wie Eisvögel, Graureiher und Kormorane anziehen.


Im etwas zurückgezogenen Schutzgebiet der Feuchtzone Välen findet man Highland Cattle, das auf den Wiesen weidet und damit den einjährigen Gewächsen das Überleben garantiert und verhindert, dass das Gebiet zuwächst und damit Vögeln, Insekten und Kröten die Heimat nimmt. Wenn man das Feuchtgebiet Välen im Laufe der Jahreszeiten verfolgt, so kann man hier die Veränderung des Lebens in einem Feuchtgebiet im kleinsten Detail verfolgen.


Der Naturschutzverein in Västra Frölunda richtete am Rande des Feuchtgebiets Välen sowohl eine Beobachtungsstelle ein, als auch ein kleines Labor, das interessierte Gruppen und Schulen für die Untersuchung des Biotops anwenden können. Wer sich dann mehr für Sälen interessiert, findet in nächster Nähe noch den „Tidstigen“ in dem man die Entwicklung der Umgebung erfährt oder man kann dem Naturpfad folgen, der auch zu zwei historischen Stellen Göteborgs führt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

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