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Montag, 10. Mai 2010

Kunst in Annas Gård in Högsbohöjd in Göteborg

Högsbohöjd gehört zum Göteborger Stadtteil Högsbo und liegt auf einer Anhöhe direkt neben dem Ruddalen. Es setzt sich aus mehreren größeren Wohneinheiten zusammen, die alle eigene Namen tragen. Die bedeutendsten Ansiedlungen setzen sich aus einem Frauennamen und dem Wort Gård, was früher ein landwirschaftliches Gut war, zusammen. Vor allem der Begriff Gård weist darauf hin, dass sich noch Mitte des letzten Jahrhunderts an diesen Stellen landwirtschaftliche Fläche befand.


Die verschiedenen Baueinheiten oder Wohnkomplexe gruppieren sich jeweils um einen Innenhof mit Grünfläche, Spielplatz und Grillplatz. Die Baugesellschaft Poseidon beauftragte mehrere Künstler des schwedischen Skulpturförbundets damit, zu den Baueinheiten auch Kunstwerke zu schaffen, die sich in die sehr nüchterne Architektur der 60er Jahre einpasst.


Die Baugesellschaft hat es damit erreicht Högsbohöjd zu einem kleineren Skulpturenpark zu machen bei dem Architektur, Grünfläche und Kunst eine Einheit bilden und wo jede Wohneinheit eine Art Wohngemeinschaft bildet, die individuell gestaltet ist.


Eine besondere Rolle nimmt dabei Annas Gård ein, dem nicht nur ein Elch aus Bronze seinen Charakter gibt, sondern wo im Jahre 1996 alle 14 Eingänge auch eine individuelle Skulptur erhielten, die im gleichen nüchternen und vereinfachten Stil des Elchs gehalten sind und verschiedene Tiere mit leuchtend blauen Augen darstellen. Leider wurden mittlerweile einige Augen von den Bronzeköpfen abgeschlagen.


Sämtliche Skulpturen im Annas Gård wurden von der Stockholmer Künstlerin Ragnhild Alexandersson geschaffen, was den Gebäuden eine gewisse Persönlichkeit gibt. Ragnhild Alexandersson, die in Stockholm Kunst studierte, hat eine eigene Sprache geschaffen und beschränkt sich bei ihren Skulpturen auf ein Minimum. Es ist daher nicht ganz einfach die 14 abgebildeten Tiere an den Eingängen des Annas Gård nur so im Vorbeigehen erkennen zu können.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 31. März 2010

Der Axel Dahlströms Torg in Göteborg

Axel Dahlström war Anfang des letzten Jahrhunderts ein bedeutender Politiker Göteborgs, weshalb der Platz, als er Mitte der 50er Jahre erbaut wurde, seinen Namen erhielt. Der Platz ist von weitem an seinem 15 Stockwerke hohen Hochhaus zu sehen und zu erkennen. Vom 28. bis zum 30. Mai 2010 findet auf dem Platz das weit über den Stadtteil Högsbo hinaus bekannte Markplatzfest (Torgkalas) statt.


Der Axel Dahlströms Torg gilt als das Zentrum des Göteborger Stadtteils Göteborg, wo sich sämtliche Geschäfte, Restaurants und offiziellen Einrichtungen konzentrieren. Da der Stadtteil Högsbo vor allem ein Wohngebiet ist, das nur an seinem Rande über ein Industriegebiet verfügt, sind die Bewohner dieses Gebietes vollständig auf den Axel Dahlströms Torg angewiesen und halten dort alle Aktivitäten am Leben.


Obwohl der Axel Dahlström Torg nicht sehr groß ist, spielt sich das Leben der Bewohner fast ausschließlich auf diesem Markplatz ab. Hier findet jede Veranstaltung statt, aber hier findet man auch Straßenmusiker und fast immer sitzt jemand, mit einem Buch in der Hand, auf den Parkbänken. Selbst Kinder benutzen die Fläche als Spielplatz und Treffpunkt.


Der Axel Dahlströms Torg ist in Fußabstand zu zwei bedeutenden Grünflächen Göteborgs. Auf der einen Seite liegt das Ruddalen und auf der anderen findet man den Änggården mit seinen Seen und einem bedeutenden Vogelreichtum. Selbst der Slottsskogen kann noch ohne Probleme zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden.


Bekannt wurde der Axel Dahlströms Torg jedoch wegen einem Kunstwerk, das den Platz dominiert. Eine ganze Front des Medborgarhusets wurde von Endre Nemes mit einem expressionistischen Gemälde (Marmorintarsia) versehen, das sich aus 60 unterschiedlichen Marmorarten zusammensetzt und damit das bedeutendste Mosaik Göteborgs darstellt. Vor wenigen Jahren bekam der Platz eine weitere Skulptur, die Yvonne T. Larsson Ur Väggen nannte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. März 2010

Högsbo, ein Stadtteil Göteborgs

Auch wenn zum 1. Januar 2010 die beiden Stadtteile Frölunda und Högsbo verwaltungsmässig zu einem Stadtteil zusammengefasst wurden, so bleibt Högsbo geografisch und auch für seine Bewohner ein eigener Stadtteil mit einer eigenen Identität. Der Name Högsbo taucht in Dokumenten des Jahres 1550 erstmals auf, auch wenn seine gesamte Fläche der Landwirtschaft diente und nur einige wenige Häuser in diesem Teil, der vor 1945 nicht zu Göteborg gehörte, zu finden waren.


Ab den 40er Jahren dehnte sich Göteborg nach Südwesten aus und auf der landwirtschaftlichen Fläche entstanden bald die ersten vierstöckigen Lamellenhäuser. Die Bautätigkeit setzte sich dann bis zum Ende der 60er Jahre fort, so dass das gesamte Stadtbild dieser Epoche entspricht und architektonisch relativ wenig zu bieten hat,

Ruddalen von Högsbohöjd

Alle sieben kleineren Stadtteile, die gemeinsam Högsbo ergeben, haben eine zentrale Einkaufsstelle am Axel Dahlströms Torg, wo sich nicht nur die Geschäfte Högsbos befinden, sondern auch das kulturelle und medizinische Zentrum. Der relativ kleine Stadtteil Högsbo verfügt über zwei moderne Kirchen, die beide Ende der 60er Jahre eingeweiht wurden.

Kunst und Architektur im Einklang

Die Baugesellschaft Poseidon, die für die Mehrheit der Gebäude in Högsbo zeichnet, hat versucht Architektur und Kunst eng zu verbinden, was sich an den zahlreichsten Ausschmückungen an den Häuser zeigt, aber auch an den unterschiedlichsten größeren und kleineren Skulpturen, die ganz Högsbo durchziehen. Sowohl Künstler als auch künstlerische Architekten finden hier zahlreiche Anregungen zu Kunst als Gebrauchswert.

Nasir-Moschee in Högsbo, Göteborg

Högsbo ist einer der grünsten und kinderfreundlichsten Stadtteile Göteborgs, der auch an das Ruddalen mit seinen Sportanlagen, Wanderwegen und Seen angrenzt, wo man aber auch die älteste Moschee Goteborgs findet, die relativ fortschrittliche Nasir-Moschee, die von einigen islamischen Glaubensgemeinschaften nicht als Moschee anerkannt wird, obwohl seine Ahmadiyya-Lehre dem sunnitischen Islam sehr nahe kommt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin