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Mittwoch, 17. November 2010

Meeresforscher erhalten den Göteborgspriset

Auch wenn heute jeder weiß, dass die Meere die Grundlage jedes Lebens auf der Erde sind, so wird dort mehr Raubbau betrieben als selbst im tropischen Regenwald. Düngemittel, Rohöl, Plastik und chemische Abfälle werden in den Meeren entsorgt und das Überfischen hat die Ozeane bereits um 70% dieser für das Ökosystem notwendigen Tiere beraubt ohne dass ein Staat hier maßgeblich Einhalt gebieten würde. Wenn Fische in den eigenen Gebieten selten werden, so begibt man sich vor die Küste Afrikas.


Gerade diesem Milieu und seinem Schutz haben sich die beiden Preisträger des elften Göteborgsprisets verschrieben. Den Göteborgspreis des Jahres 2010 in Höhe von einer Million Kronen teilen sich der amerikanische Ozeanograf und Meeresbiologe Ken Sherman und der Sprecher des Umweltorganisation PRETOMA Randall Araunz aus Costa Rica.

Ken Sherman, Kronprinzessin Victoria

Der Göteborgspreis wurde 1999 in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Göteborg und zwölf lokalen Unternehmen zur Stützung von nationalen und internationalen Umweltprojekten gestiftet. Im Jahre 2010 wurde der Preis von der schwedischen Kronprinzessin Victoria an die beiden Gewinner überreicht, die in ihren Reden die Rolle Göteborgs im Umweltschutz besonders hervorhoben.

Kronprinzessin Victoria, Randall Arauz

Ken (Kenneth) Sherman sieht in den Ozeanen einübergreifendes, ökologisches Gesamtsystem mit verschiedenen Milieus, die einen länderübergreifenden Schutz erfordern. Seine Arbeiten beschreiben dieses Gesamtsystem innerhalb seines Large Marine Ecosystems (LMEs), das ein Netzwerk von 64 LME-Gebiete umfasst. Ken Sherman hebt in seinen Thesen grundsätzlich hervor, dass Politik, Forschung und Wirtschaft eng zusammenarbeiten müssen, wenn die das aktuelle Ökosystem der Meere erhalten wollen.

Kronprinzessin Victoria

Randall Arauz, der Präsident der Umweltorganisation PRETOMA hat sich in seiner Arbeit in mehrfacher Weise aus der Vielzahl der Umweltschützer hervorgehoben und mit seinen seit zwölf Jahren dauernden aktiven Arbeiten bewiesen, dass eine einzige Person Welten bewegen kann. Er hat es gewagt sich gegen die Industrie aufzulehnen, die die Jagd auf Haie betrieb, nur um an die Flossen zu gelangen die den Fischen in lebendem Zustand abgeschnitten wurden um die Tiere dann zurück ins Wasser zu werfen. Randall Arauz hat es geschafft, dass diese Jagd 2005 in Costa Rica gesetzlich verboten wurde. Das Preisgeld hilft ihm nun seinen Kampf auch auf andere Länder auszudehnen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Juni 2010

Meeresforscher erringen den Göteborger Umweltpreis

Seit dem Jahre 2000 vergibt die Stadt Göteborg, in Zusammenarbeit mit zwölf anderen Akteuren der Stadt, einen Umweltpreis für eine bedeutende Errungenschaft, die im Zusammenhang mit dauerhaftem Umweltschutz steht. Jedes Jahr werden eine Million Kronen an eine Person oder Organisation bezahlt, die durch ihren Einsatz und Leistung für die Umwelt schädlichen Prozess aufhalten und verbessern konnten.


Die beiden Preisträger des Göteborger Umweltspreis 2010, deren Namen heute von der Jury unter der Führung von Professor und Vizerektor John Holmberg der Technischen Hochschule Chalmers bekannt gegeben wurden, müssen jedoch noch bis zum 17. November 2010 warten bis ihnen der diesjährige Preis dann in Göteborg überreicht wird.


Der erste Preisträger ist Ken (Kenneth) Sherman, ein Ozeanograph und Meeresbiologe, der das auch in Schweden angewandte LME-Konzept entwickelt hat, das Large Marine Ecosystems, das auch in der Ostsee zur Erhaltung und Verbesserung des Fischbestandes angewandt wird und das Ökosystem des Meeres in seiner Gesamtheit restaurieren soll und nicht nur eine Flickarbeit leistet. Heute wenden bereits 69 Länder das LME-Konzept an um den Artenreichtum von Süß- und Salzwasser zu erhalten.


Als zweiter Preisträger wurde von der Göteborger Jury Randall Arauz ernannt, der Sprecher der Umweltorganisation PRETOMA aus Costa Rica. In jahrelanger Arbeit ist es ihm gelungen das Fischen von Haien zu begrenzen und Politiker dazu zu bewegen ein Gesetz zu schaffen, das das Ausrotten von Haien verhindern soll. Randall Arauz hatte diesen Kampf aufgenommen, nachdem er auf einem Fischerboot Zeuge davon wurde wie Haie nur wegen ihrer Kiemen gejagt wurden, wobei den lebenden Haien die Kiemen abgeschnitten wurden um die Fische anschließend ins Wasser zurückzuwerfen.


Dass die beiden Preisträger des Jahres 2010 sich um die Ökologie des Meeres kümmern hat sicher auch etwas damit zu tun, dass auch die schwedischen Gewässer bedroht sind, denn noch führt ungefiltertes Abwasser tausender von Gebäuden ins Meer, noch werden (illegal) Öltanker mit Meerwasser direkt an der Küste gereinigt und noch kümmert sich die größte Gemeinschaft an Freizeitbooten sehr wenig um ihr Abwasser und das Meeresmilieu, auch wenn Schweden als eines ihrer Ziele den Schutz seiner Gewässer auf dem Programm hat.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin