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Dienstag, 4. Oktober 2011

Kanelbullar, die schwedischen Zimtschnecken in Göteborg

Auch wenn der Kanelbullens Dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke, in ganz Schweden gefeiert wird, so feiern viele Orte im ganzen Land diesen Tag noch auf eine besondere Weise. Überall finden Wettbewerbe statt und selbst Bäcker versuchen mittlerweile eine besondere Kanelbulle zu schaffen, die sich nicht nur im Geschmack, sondern auch im Aussehen von der Standardware unterscheidet.

Birgit Nilsson Bergström des Hembakningsrådet mit Kanelbullehut

So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Röhsska Designmuseum in Göteborg diesen Tag auf eine besondere Weise hervorhebt. Liebhaber der schwedischen Zimtschnecken konnten sich hier fünf Stunden lang mit den Geheimnissen dieses schwedischen Traditionsgebäcks vertraut machen, denn ab ein Uhr löste eine Aktivität die andere ab. Angefangen von der Geschichte des Brotes und der Bullar bis zum Workshop Kanelbulle war den Besuchern alles rund um das Nationalgebäck Schwedens geboten.

Kanelbullehappening in den Museumsräumen

Wann die Kanelbulle wirklich nach Schweden kam, ist bis heute nicht so ganz klar. Sicher ist, dass bereits Gustav Vasa ein Liebhaber von süßem Brot mit Zimt war und daher die Vorläufer der Zimtschnecke in großer Menge genossen hat. Auch in den Caféhäusern Stockholms konnte man bereits im 19. Jahrhundert geflochtene, mit Hefe gebackene Zimtsüßigkeiten genießen, obwohl die heutige klassische Form der Kanelbulle erstmals in den 20er Jahren in Backbüchern auftauchte.

Kanelbulle: Design und moderne Präsentation

Da im Röhsska Museum in Göteborg Design an erster Stelle steht, so ist es nahezu logisch, dass man hier am Kanelbullens Dag auch einen Designwettbewerb zu den beliebten Zimtschnecken fand, die auf klassischem Hefeteig mit Kardamom und herkömmlicher Füllung aufbauten, aber dann die kreative Freiheit der Amateurbäcker herausforderten. Das Ergebnis war eine Vielzahl an verschiedenen Formen von Kanelbullar von Hobbybäckern aus ganz Schweden.

Alfrida Svennung: Design und glutenfrei Kanelbullar

Unter der Jugendlichen gelang es zwei Schülerinnen aus Stockholm den ersten und den dritten Preis zu erringen und nur Alfrida Svennung aus Göteborg konnte beweisen, dass sie nicht nur Reiten als Hobby hat, sondern dass man auch in Göteborg glutenfreie, künstlerische Zimtschnecken backen kann. Unter den erwachsenen Teilnehmern überraschte die aus Japan eingewanderte Mayuko Lindström mit ihrem originellen Design in Hörnchenform und der Füllung, bei der sie Apfelmus hinzufügte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 27. Dezember 2010

Weihnachtliches Vörtbröd in Schweden

Zur Weihnachtszeit gehört in ganz Schweden auch das Vörtbröd, wobei das Wort Vört aus dem Althochdeutsch kommt, wo es Kräuter bezeichnete. Zur Weihnachtszeit kann man Vörtbröd natürlich überall bereits fertig kaufen, was jedoch bedeutet, dass man auch den oft sehr starken Gewürzgeschmack akzeptieren muss. Vörtbröd wird häufig am Uppesittarkväll und am Heiligen Abend für das Dop i Grytan verwendet.


Da auch in Schweden viele zwar Vörtbröd mögen, jedoch nicht den sehr starken, industriellen Würzgeschmack, backen viele ihr Vörtbröd selbst, was auch dazu führte, dass man heute eine Vielzahl an unterschiedlichen Rezepten findet, die jedoch alle eines gemeinsam haben: Vörtbröd wird mit dunklem Bier, meist Porter, und dunklem Sirup zubereitet.


Für zwei Brote benötigt man 50 g Butter, 0,66 Liter Flüssigkeit, 0,1 Liter dunklen Sirup, 1 Frischhefe, 1,3 kg Mehl (Weizen + Roggen) und die Gewürze. In Schweden kann man sich natürlich eine vorbereitete Hewürzmischung kaufen, aber der Geschmack wird verfeinert, wenn man selbst aus Gewürznelken, Zimt, Ingwer, Kardamom, Salz und Zucker seine eigene Mischung zubereitet, wobei man von keinem der Gewürze mehr als einen flachen Teelöffel nehmen sollte.


Was die Flüssigkeit angeht, so muss die Hälfte davon dunkles Bier sein. Je nach Geschmacksrichtung kann man auch ausschließlich Bier verwenden, die Hälfte davon durch Wasser ersetzen oder aber auch Julmust verwenden. Wegen dem Gären müssen 2/3 des Mehls Weizenmehl sein, wobei auch Vollkornmehl dem Brot einen hervorragenden Geschmack verleiht.


Die Zubereitung von Vörtbröd ist relativ einfach: Erst wird die Butter in einer Kasserolle geschmolzen. Anschließend fügt man die Flüssigkeit hinzu und lässt sie auf etwa 37 Grad erwärmen. Nun wird die Hefe mit etwas Flüssigkeit aufgelöst, bevor man den Rest der Mischung zugießt. Jetzt kommen sämtliche Zutaten in die Flüssigkeit und man knetet den Teig so lange bis er sich leicht von der Schüssel löst. Anschließend muss der Teig vierzig Minuten gehen, bevor er erneut, eventuell unter Zufügen von etwas Mehl, gut durchgeknetet und zu zwei Broten geformt wird. Nun müssen die Brote nur noch weitere 30 Minuten gehen, bevor sie bei 200 Grad 30 bis 40 Minuten lang gebacken werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Oktober 2009

Eine Rekordmenge an Zimtschnecken werden an einem Tag verzehrt

Am 4. Oktober jedes Jahres wird in Schweden der Tag der Kanelbulle, also der Zimtschnecke, gefeiert, eines Backwerks, das ab den 20er Jahren das Land eroberte und heute zu den Nationalbackwerken ganz Schwedens gehört. Im Jahre 1999 wurde schließlich vom Hembakningsrådet, einer Vereinigung, die das Backen im Haushalt fördert, der Kanelbullens dag, der Tag der Zimtschnecke eingeführt.


Ziel des Zimtschneckentages ist also nicht im Laden seine Kanelbulle zu kaufen, sondern die ganze Arbeit selbst zu erledigen. Hier daher ein Rezept, das in tausenden von Göteborger Heimen heute zur Anwendung kommt, wobei natürlich zahlreiche Variationen zu finden sind, angepasst nach Geschmack und Wunsch der Familienmitglieder und Freunde.


Zuerst lässt man 150 Gramm Butter in einer Kasserolle schmelzen, dann fügt man ½ Liter Milch hinzu und lässt das ganze auf etwa 37 Grad abkühlen. Nun löst man 50 Gramm Hefe in einem kleinen Teil dieser Flüssigkeit auf. Sobald die Hefe sich gelöst hat, fügt man den Rest der Flüssigkeit, eine Priese Salz, 100 Gramm Zucker und 500 Gramm Weizenmahl hinzu und vermischt die Menge mit Hilfe eines Kochlöffels. Mit einer Küchenmaschine dauert der Vorgang etwa 4 Minuten, per Hand etwa die doppelte Zeit.


Wenn der Teig eine homogene Masse ausmacht, so fügt man weiter 300 Gramm Mehl hinzu und lässt den Teig gut 30 Minuten in warmer Umgebung gehen. Anschließend legt man den Teig auf ein bemehltes Backbrett und knetet den Teig etwa 10 Minuten bis er völlig geschmeidig ist. Anschließend teilt man den Teig und rollt jede Hälfte für sich auf dem Brett zu einer rechteckigen Form aus. Nun bereitet man aus 70 Gramm Butter, 80 Gramm Zucker und 2 Esslöffeln Zimt die Füllung, die man gleichmäßig über dem ausgerollten Teig verteilt.


Nun muss der Teig nur noch gerollt und jede Rolle in 24 Teile geschnitten werden, bevor man die Zimtschnecken auf ein eingefettetes Backblech legt, sie mit geschlagenem Ei bestreicht und, je nach Wunsch, etwas groben Zucker oder Mandeln darüber streut. Bevor man die Kanelbullar nun genießen kann, müssen sie noch gute 30 Minuten gehen und für etwa 7 Minuten in den auf 250 Grad vorgeheizten Backofen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin