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Montag, 27. Dezember 2010

Weihnachtliches Vörtbröd in Schweden

Zur Weihnachtszeit gehört in ganz Schweden auch das Vörtbröd, wobei das Wort Vört aus dem Althochdeutsch kommt, wo es Kräuter bezeichnete. Zur Weihnachtszeit kann man Vörtbröd natürlich überall bereits fertig kaufen, was jedoch bedeutet, dass man auch den oft sehr starken Gewürzgeschmack akzeptieren muss. Vörtbröd wird häufig am Uppesittarkväll und am Heiligen Abend für das Dop i Grytan verwendet.


Da auch in Schweden viele zwar Vörtbröd mögen, jedoch nicht den sehr starken, industriellen Würzgeschmack, backen viele ihr Vörtbröd selbst, was auch dazu führte, dass man heute eine Vielzahl an unterschiedlichen Rezepten findet, die jedoch alle eines gemeinsam haben: Vörtbröd wird mit dunklem Bier, meist Porter, und dunklem Sirup zubereitet.


Für zwei Brote benötigt man 50 g Butter, 0,66 Liter Flüssigkeit, 0,1 Liter dunklen Sirup, 1 Frischhefe, 1,3 kg Mehl (Weizen + Roggen) und die Gewürze. In Schweden kann man sich natürlich eine vorbereitete Hewürzmischung kaufen, aber der Geschmack wird verfeinert, wenn man selbst aus Gewürznelken, Zimt, Ingwer, Kardamom, Salz und Zucker seine eigene Mischung zubereitet, wobei man von keinem der Gewürze mehr als einen flachen Teelöffel nehmen sollte.


Was die Flüssigkeit angeht, so muss die Hälfte davon dunkles Bier sein. Je nach Geschmacksrichtung kann man auch ausschließlich Bier verwenden, die Hälfte davon durch Wasser ersetzen oder aber auch Julmust verwenden. Wegen dem Gären müssen 2/3 des Mehls Weizenmehl sein, wobei auch Vollkornmehl dem Brot einen hervorragenden Geschmack verleiht.


Die Zubereitung von Vörtbröd ist relativ einfach: Erst wird die Butter in einer Kasserolle geschmolzen. Anschließend fügt man die Flüssigkeit hinzu und lässt sie auf etwa 37 Grad erwärmen. Nun wird die Hefe mit etwas Flüssigkeit aufgelöst, bevor man den Rest der Mischung zugießt. Jetzt kommen sämtliche Zutaten in die Flüssigkeit und man knetet den Teig so lange bis er sich leicht von der Schüssel löst. Anschließend muss der Teig vierzig Minuten gehen, bevor er erneut, eventuell unter Zufügen von etwas Mehl, gut durchgeknetet und zu zwei Broten geformt wird. Nun müssen die Brote nur noch weitere 30 Minuten gehen, bevor sie bei 200 Grad 30 bis 40 Minuten lang gebacken werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 25. Dezember 2009

Julbordet, ein Weihnachtsmenü in Göteborg

In keinem Monat nehmen Schweden mehr zu als im Dezember, wenn erst schon zu jeder Feier in einem Restaurant der julbordet, das Weihnachtsmenü, gehört und dann der Heilige Abend mit dem julbordet in den eigenen vier Wänden fortsetzt. Um seine Kalorien zu halten kommen dann noch die Einladungen der Freunde in der letzten Woche des Jahres bei denen es ebenfalls Weihnachtsessen gibt. Wie in ganz Schweden, so will jedoch auch in Göteborg niemand auf diese „Gelage“ verzichten bei denen Essen, Trinken und gemütliches Zusammensein eine Einheit bilden.


Was ist nun aber ein „typisches“ Weihnachtmenü oder der julbordet in Göteborg? Man kann davon ausgehen, dass man auf jedem Weihnachtstisch einige klassischen Gerichte findet, die sich nur im Würzen unterscheiden. Hierzu gehören die Fleischröllchen (köttbullar), Prinzenwurst (prinskorv), mehrere Heringsarten (sill), geräucherter Lachs, mehrere Salate, dann natürlich der Weihnachtsschinken und schliesslich noch Reis auf maltesische Art (ris à la Malta). Die meisten Weihnachsmenüs bieten zwischen drei und fünf unterschiedliche eingelegte Heringe an, die früher selbst vorbereitet wurden, heute aber meist im Glas gekauft werden.


Auf jedem julbord findet man dann mehrere Salatarten, wobei hier Janssons Frestelse, Roter Beete Salat (rödbetsallad), Mimosasalad und Heringssalad (sillsallad) nicht fehlen dürfen. Kleinere Happen sind dann oft Eihälften mit Garnelen und das weihnachtliche Gewürzbrot (vörtbröd). Auf vielen Tischen findet man schließlich noch Braunkohl, Reisbrei (Risgrynsgröt) und Käse (fatost) und individuelle kleinere Happen. Zu den Köttbullar gehören dann noch Preiselbeeren (lingon) und zu Wurst und Schinken der schwedische Weihnachtssenf.


Als Getränk wird heute zum julbord natürlich auch oft Wein gereicht. Wer es jedoch etwas klassischer nimmt, greift zu Weihnachtsmost (julmost) und Weihnachtsbier, zwei Getränke, die es in Schweden nur zur Weihnachtszeit zu kaufen gibt. Um das Essen besser verdauen zu können gehören zum Weihnachtsmenü allerdings auch einige Glas dänischen oder schwedischen Akvavits.


Weihnachten ist jedoch nichts ohne die entsprechenden Süßigkeiten, denn nach dem Essen trinkt man gerne noch etwas, möglichst selbst angesetzten, Glögg zu Pfefferkuchen und den typisch schwedischen Süßigkeiten Knäck, Kola, und Chokladkola, die in der Regel selbst hergestellt werden und gesunde Zähne voraussetzen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin