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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Julmust, das Weihnachtsgetränk Schwedens

Jedes Jahr im Dezember gibt es in Schweden ein Getränk, das den Umsatz bei Coca-Cola im Land um rund 50% einbrechen lässt. Das Getränkt gleicht im Aussehen dem der Konkurrenz, aber vom Geschmack haben die beiden Getränke nichts gemeinsam. Es handelt sich dabei um den typisch schwedischen Julmust, den Weihnachtsmost, ohne den es für viele Schweden keine Adventszeit gäbe. Am ersten Verkaufstag sind die Geschäfte gezwungen geradezu Berge von Julmust im Verkaufsraum zu haben.


Wie sehr viele schwedische Traditionen oder traditionelle Getränke, so kommt auch Julmust nur sehr bedingt aus Schweden, da der Chemiker Harry Roberts ursprünglich aus Deutschland kam. Er lies sich dann in Schweden nieder und begann 1910 in Örebro den ersten Julmust zuzubereiten. Noch heute haben nur sehr wenige Personen Zugang zum Originalrezept, auch wenn die meisten Brauereien den Originalgeschmack nahezu nachempfinden.


Der große Durchbruch des Julmust in Schweden kam bereits gute zehn Jahre nach seiner Erfindung, als die Gefahren des Alkoholkonsums in aller Munde war und ein Gesetz, das den Alkoholverkauf ganz unterbinden sollte, nur mit sehr knapper Mehrheit abgelehnt wurde. Jedenfalls ersetzten ab den 20er Jahren sehr viele Schweden das dunkle Bier „München-Öl“ gegen dunklen Julmust.


Julmust findet man in Schweden unter den verschiedensten Marken, wobei jedoch nur noch wenige nach dem Originalrezept hergestellt werden und daher gewisse Geschmacksunterschiede festzustellen sind. Hausmarken einiger Geschäfte weichen sogar erheblich vom Originalgeschmack ab und werden von Kennern nicht gekauft. Wegen dem Erfolg von Julmust gibt es heute selbst in Dänemark Brauereien, die Julmust ausschließlich für den Export nach Schweden herstellen.


Schweden trinken im Laufe jeden Dezembers rund 45 Millionen Liter an Julmust, was bedeutet, dass jeder Schwede in der Adventszeit fünf Liter dieses Getränkes konsumiert. Der Verkaufserfolg von Julmust führte auch dazu, dass mittlerweile die meisten Brauereien, die Julmust anbieten, das gleiche Getränk zu Ostern, ebenfalls nur eine sehr kurze Zeit, als Påskmust (Ostermost) anbieten. Die Verkaufsziffern von Påskmust gehen seit Jahren nur aufwärts und beweisen die Popularität dieses Weihnachtsgetränks.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. Dezember 2009

Julbordet, ein Weihnachtsmenü in Göteborg

In keinem Monat nehmen Schweden mehr zu als im Dezember, wenn erst schon zu jeder Feier in einem Restaurant der julbordet, das Weihnachtsmenü, gehört und dann der Heilige Abend mit dem julbordet in den eigenen vier Wänden fortsetzt. Um seine Kalorien zu halten kommen dann noch die Einladungen der Freunde in der letzten Woche des Jahres bei denen es ebenfalls Weihnachtsessen gibt. Wie in ganz Schweden, so will jedoch auch in Göteborg niemand auf diese „Gelage“ verzichten bei denen Essen, Trinken und gemütliches Zusammensein eine Einheit bilden.


Was ist nun aber ein „typisches“ Weihnachtmenü oder der julbordet in Göteborg? Man kann davon ausgehen, dass man auf jedem Weihnachtstisch einige klassischen Gerichte findet, die sich nur im Würzen unterscheiden. Hierzu gehören die Fleischröllchen (köttbullar), Prinzenwurst (prinskorv), mehrere Heringsarten (sill), geräucherter Lachs, mehrere Salate, dann natürlich der Weihnachtsschinken und schliesslich noch Reis auf maltesische Art (ris à la Malta). Die meisten Weihnachsmenüs bieten zwischen drei und fünf unterschiedliche eingelegte Heringe an, die früher selbst vorbereitet wurden, heute aber meist im Glas gekauft werden.


Auf jedem julbord findet man dann mehrere Salatarten, wobei hier Janssons Frestelse, Roter Beete Salat (rödbetsallad), Mimosasalad und Heringssalad (sillsallad) nicht fehlen dürfen. Kleinere Happen sind dann oft Eihälften mit Garnelen und das weihnachtliche Gewürzbrot (vörtbröd). Auf vielen Tischen findet man schließlich noch Braunkohl, Reisbrei (Risgrynsgröt) und Käse (fatost) und individuelle kleinere Happen. Zu den Köttbullar gehören dann noch Preiselbeeren (lingon) und zu Wurst und Schinken der schwedische Weihnachtssenf.


Als Getränk wird heute zum julbord natürlich auch oft Wein gereicht. Wer es jedoch etwas klassischer nimmt, greift zu Weihnachtsmost (julmost) und Weihnachtsbier, zwei Getränke, die es in Schweden nur zur Weihnachtszeit zu kaufen gibt. Um das Essen besser verdauen zu können gehören zum Weihnachtsmenü allerdings auch einige Glas dänischen oder schwedischen Akvavits.


Weihnachten ist jedoch nichts ohne die entsprechenden Süßigkeiten, denn nach dem Essen trinkt man gerne noch etwas, möglichst selbst angesetzten, Glögg zu Pfefferkuchen und den typisch schwedischen Süßigkeiten Knäck, Kola, und Chokladkola, die in der Regel selbst hergestellt werden und gesunde Zähne voraussetzen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin