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Dienstag, 15. Dezember 2009

Das Krippenspiel Lebende Krippe in Göteborg

Während die meisten Krippenspiele einen kommerziellen Charakter haben oder rein kirchlicher Natur sind, wird in Göteborg die Lebende Krippe von Mitgliedern und Freunden der Stadtmission vorgetragen. Natürlich hofft die Stadtmission auch auf Spenden, aber jeder kann sich die Lebende Krippe kostenlos ansehen und anhören, denn das Hauptziel der Stadtmission ist es auf sich und die Situation von Bedürftigen aufmerksam zu machen.


Die Lebende Krippe der Göteborger Stadtmission erzählt, wie fast jedes andere Krippenspiel, die Geschichte der Geburt Jesu nach dem Lukasevangelium. Die Szene wird seit 14 Jahren auf dem Platz vor dem Haupteingang der Domkirche Gustavi gespielt und zieht bei jeder der 21 Vorstellung bis zu 500 Zuschauer an, wobei sehr viele Kinder in den ersten Reihen zu finden sind.


Da bei den Vorstellungen, die jeweils etwa eine halbe Stunde dauern, nicht nur die Ställe, Herodes auf seinem Thron und andere Details liebevoll vorbereitet werden, sondern auch für Göteborg ungewöhnliche Tiere wie ein Kamel, ein Esel und Schafe teilnehmen, ist die Lebende Krippe in Göteborg für viele Bewohner auch ein besonderes Ereignis, das bei Kindern Fragen aufwirft.


Auch wenn die Lebende Krippe in Göteborg erst 14 Jahre alt ist, so geht die Idee als solches jedoch auf Franz von Assisi zurück, der bereits im Jahre 1223 zum ersten Mal die Geburt Jesu in einer Höhle bei Rom in Form eines Weihnachtsschauspiels darstellte, um damit den Gläubigen das „Wunder“ näher zu bringen. Die Stadtmission sieht bei ihrem Schauspiel eine gewisse Parallele, denn auch heute gibt es wieder Bedürftige, die ein Weihnachtswunder benötigen.


Der Höhepunkt der Vorstellung in Göteborg ist mit Sicherheit die Ankunft der Drei Weisen aus dem Morgenland auf einem Kamel und die Übergabe der Geschenke an den Neugeborenen bei Engelgesang, der dabei von Schülern eines Gymnasiums mit Fachrichtung Musik erklingt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 21. November 2009

Die Sankt Johannes Kirche in Göteborg

Die Sankt Johannes Kirche (Johanneskyrkan) in Göteborg wurde im Jahre 1866 auf Initiative von Peter Wieselgren erbaut, der mit diesem Gebäude den Arbeitern und Seeleuten im Stadtteil Masthugget einen Ort bieten wollte in dem sich die arme Bevölkerung der Umgebung treffen und an einem Gottesdienst teilhaben konnte.


Nach dem Tode Wieselgrens wurde die Johannes Kirche sehr schnell eine reine Seemannskirche für die Schweden, Norweger, Dänen und Finnen, was jedoch die Arbeiter nicht ausschloss. Diese nahmen daher an den kirchlichen Feierlichkeiten Teil bis die allgemeine Oscar Fredriks Kirche im Jahre 1893 fertiggestellt war und ihnen eine neue, eigene Kirche bot.


Während der Altar der Johannes Kirche sehr einfach gehalten ist, sind Kanzel und Orgel noch aus den frühen Zeiten der Kirche. Besondere Beachtung finden auch die Glasfenster, die, wie auch die Fenster der Deutschen Kirche, von der Münchner Glasmalerfirma Zettler geliefert wurden.


Nach dem Niedergang der Seefahrt wurde die Kirche von mehreren Gruppen genutzt und nahm daher immer die Rolle eines Vorreiters ein. In den 30er Jahren wurde die Johannes Kirche ein Treffpunkt für Gymnasiasten, in den 40er Jahren fanden Bibelkurse statt, in den 50er und 60er Jahren wurde die Kirche ein Zentrum für Kirchenspiele, ein Theater in stilisierter Form. In den darauf folgenden Jahren wurde die Kirche dann ein Treffpunkt für verschiedene kirchliche Versammlungen Göteborgs.


1996 bekam die Johannes Kirche schließlich eine neue zeitweisende Bedeutung, die wohl einmalig in der schwedischen Kirche ist. Die Kirche wurde der Stadtmission Göteborg übergeben, die nun im Gebäude allen Hilfe bietet, die in Not geraten sind, von Drogen oder Alkohol loskommen wollen oder einfach gemeinsam Kaffee trinken oder Schach spielen wollen. Der Vorraum der Johannes Kirche wurde vollständig als Treffpunkt und Café eingerichtet, während in der Kirche selbst weiterhin Messen gelesen werden und Orgelkonzerte geboten werden, deren Einnahmen Bedürftigen der Stadt zu Gute kommen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin