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Sonntag, 25. September 2011

Höhepunkte der Buchmesse in Göteborg

Die Göteborger Buchmesse 2011 hatte mehrere Höhepunkte, wobei auch jeder Besucher eine andere Erwartung an eine Messe diesen Ausmaßes setzt. Die deutschsprachige Literatur sollte im Grunde einer dieser Höhepunkte sein, was jedoch nicht unbedingt gelang, denn die Gänge auf dem Stand waren zu eng, die Informationen über die Literatur von Deutschland, Österreich und Schweiz zu gering und die verschiedenen Präsentationen und Seminare konnten es nicht schaffen die literarische Vielfalt dieser drei Länder zu zeigen. Bisweilen bekam man das Gefühl, das die Autoren nur die Staffage der Verlage waren und nicht die Hauptpersonen.

Herta Müller

Mit einer Ausnahme, denn die Nobelpreisträgerin Herta Müller, die im Jahre 1987 von Rumänien nach Deutschland kam und den Nobelpreis für ihre Schilderungen der rumänischen Diktatur erhielt, zog mit ihren wenigen öffentlichen Erscheinungen auch ein bedeutendes schwedisches Publikum an. Herta Müller, die alle Fragen der Journalisten sehr offen beantwortete, hat mit Sicherheit den Nobelpreis für ihre Werke verdient, aber man kann sich natürlich die Frage stellen inwieweit die Autorin wirklich auch die deutschsprachige Literatur vertritt.

Mario Vargas Llosa

Ein weiterer Höhepunkt der Göteborger Buchmesse 2011 war ebenfalls ein Nobelpreisträger, nämlich Mario Vargas Llosa, der sich mehrmals einem großen Publikum stellte und unter anderem über die Zukunft des Buches und den Einfluss der Media auf die Literatur sprach. Aber auch hier war ein kleines Minus zu verzeichnen, da die Übersetzerin nur teilweise in der Lage war die langen und schnell gesprochenen Sätze des Autors gut in Schwedisch wiederzugeben. Um die Feinheiten der Reden und der Diskussionspunkte von Mario Vargas Llosa zu verstehen, war man nahezu gezwungen Spanisch zu sprechen.

Björn Hellberg

Ein Höhepunkt, der sich jedes Jahr auf der Göteborger Buchmesse wiederholt, ist natürlich die Anwesenheit von hunderten von schwedischen Autoren, die nicht nur ihre Bücher vorstellten, sondern auch über die verschiedensten Themen aus der Welt der Literatur sprechen.Allerdings war auch hier war ein kleines Minus zu finden, denn Åke Edwardson, der zahlreiche Kriminalromane im Göteborger Milieu schrieb, zeichnete sich bei den Seminaren mit seiner Abwesenheit aus, die fast schon als notorisch bezeichnet werden kann.

Arja Sajonmaa

Als weiteren Höhepunkt kann man, außer der Erscheinung von Nina Hagen und Lars Vilks, auch die vielen kleineren Verlage betrachten, die nur wenige Bücher auf den Markt bringen und die literarischen Vereine, die es auch ihren einzelnen angeschlossenen Autoren ermöglichen ihre Bücher auf einer Buchmesse anzubieten. Besonders hervorzuheben ist dabei vielleicht die Nordländische Literaturgesellschaft (Norrländska Litteratursällskapet), die nicht nur Schreibkurze in Nordschweden anbietet, sondern auch seit 30 Jahren die Literaturzeitschrift „Provins“ auf den Markt bringt, und dadurch nordschwedischen Autoren bei ihrem Durchbruch hilft.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 26. September 2009

Finnland bei Bok & Bibliotek 2009, der Buchmesse in Göteborg

In Schweden leben rund 400.000 Bürger mit finnischem Hintergrund. Und auch die Geschichte Schwedens und Finnlands war während der letzten Jahrhunderte eng miteinander verknüpft. Aber auch heute sind noch viele Bereiche des Lebens, vor allem im Norden Schwedens, nur in Zusammenarbeit mit Finnland zu lösen. Kein Wunder also, dass Finnland auch eine bedeutende Rolle bei der 25. Göteborger Buchmesse Bok & Bibliotek einnimmt.


Vor genau 200 Jahren wurden Finnland und Schweden unabhängige Länder. Kein Wunder daher, dass während dieser Buchmesse nun auch zahlreiche Publikation aus Finnland und Schweden zu Schwedisch-Finnischen Themen zu finden sind und zahlreiche runde Tische ebenfalls das Verhältnis und die Entwicklung dieser beider Länder mit so unterschiedlichen Sprachen beleuchten und diskutieren.


Allein am Stand Finnlands finden bis Sonntag 47 runde Tische über historische, politische und gegenwärtige Themen zu Finnland statt. Mehrere Gespräche betreffen die Rolle der Frau in der Entwicklung Finnlands, wobei die Historikerin Anu Lahtinen der Universität in Turku mit ihrem Thema Frauen und ihr Einfluss vor 500 Jahren am weitesten in der Zeit zurückgreift und mit klaren Worten darstellt welche Möglichkeiten die Frauen Finnlands in der Vergangenheit auf Politik und Wirtschaft hatten.


Eine Ausstellung zum schwedischen Tourismus in Finnland in den Vorkriegs- und vor allem den Nachkriegsjahren begleitet Buchpräsentationen und Gespräche zum schwedisch-finnischen Thema. Plakate aus den 50er und 60er Jahren, einige davon vom weltweit bekannten Göteborger Plakatmaler Walter Bjorne, bieten ein deutliches Bild wie von schwedischer Seite aus der Tourismus nach Finnland beworben wurde, was also Finnland für Schweden interessant machte, Vorurteile eingeschlossen.


Einer der parallel veranstalteten runde Tisch mit dem Thema Schweden und Finnland – ein Paar, das sich anstrengt vereinte Literaten, Kritiker und bedeutende Journalisten wie Mark Levengood, Miika Nousiainen, Merete Mazzarella, Jörn Donner und Janina Orlov, die als Finnlandschweden ihr Verhältnis zu Schweden und Finnland diskutierten, so das Problem in Finnland Schwedisch zu sprechen und in Schweden dann Schwedisch für Einwanderer absolvieren zu müssen, obwohl sie nie etwas anderes als Schwedisch sprachen.


Aber auch Sprache und Sprachunterricht von Gestern und Heute ist eine Thema der Göteborger Buchmesse. Am Finnischen Stand nahmen, unter anderem, zwei bedeutende schwedische Politiker an der Diskussion Finnisch in Schweden und Schwedisch in Finnland teil. Maria Wetterstrand, die Sprecherin der schwedischen Grünen, die mit einem finnischen Politiker verheiratet ist spricht z.B. über die Bedeutung der Doppelsprachigkeit von Kindern (auch der eigenen). Beim Gespräch über Sprache kommen natürlich auch sehr kritische Themen zur Sprache, so dass in Finnland auf Grund einer europäischen Verordnung immer weniger Schüler Schwedisch lernen oder dass finnische Einwanderer in Schweden mit ihren Kindern nur Schwedisch reden sollten obwohl sie der Sprache gar nicht mächtig waren.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. September 2009

Bokmässan, die skandinavische Buchmesse in Göteborg

Zum 25. Mal veranstaltet Bok & Bibliotek die Göteborger Buchmesse in der Svenska Mässan Göteborg. Bereits im letzten Jahr konnte die größte Skandinavische Buchmesse während der vier Messetage über 100.000 Besucher zählen. Alles spricht dafür, dass die diesjährige Buchmesse diese Zahl noch übertreffen wird.


Die Veranstalter der Göteborger Buchmesse, Anna und Bertil Falck, präsentieren dieses Jahr nicht weniger als 2300 Programmpunkte und damit mit Sicherheit jedem Buch- und Literaturinteressenten mehr als nur ein Ereignis. Auch wenn Bücher im Vordergrund einer Buchmesse stehen, so kann man jedoch nicht die 442 runden Tische vergessen und die hunderte von Autoren, die an einem oder anderem Moment präsent sind.


Der Schwerpunkt der 25. Göteborger Buchmesse ist Spanien und spanischsprachige Literatur. Nicht nur, dass die spanische Autorin Rosa Montero die Messe mit eröffnen wird, denn während der Buchmesse kann man einige der bedeutendsten Autoren aus Spanien und den spanischsprachigen Ländern persönlich auf dem Messegelände antreffen. Autoren wie Isabel Allende, Guillermo Arriaga, Javiér Marías oder Nuria Amat nehmen selbstverständlich an der diesjährigen Messe teil.


Es ist jedoch kein Zufall, dass gerade dieses Jahr Spanien in den Vordergrund dringt, denn die spanische Sprache und seine Kultur dringen jedes Jahr mehr nach Skandinavien vor. Spanisch wird heute, aus den verschiedensten Gründen, von weitaus mehr Schülern in Schweden gewählt als Deutsch oder Französisch, die früher bei der Sprachwahl in Führung lagen. Spanische Literatur wurde daher ein Bedürfnis für den skandinavischen Markt.


Aber auch wenn spanische und südamerikanische Literatur das Thema der Bokmässan, der Göteborger Buchmesse, ist, so darf nicht vergessen werden, dass auch eine fast unendliche Liste an schwedischen Autoren während der vier Messetage anwesend sein werden und an Diskussionen und runden Tischen teilnehmen. Es gilt als selbstverständlich, dass Autoren wie Kajsa Ingemarsson, Anna Jansson, Inger Frimansson oder Jonas Gardell die Göteborger Buchmesse nicht versäumen wollen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin