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Donnerstag, 4. Februar 2010

Heimat und Nostalgie im Slottsskogen in Göteborg

Zwischen 1821 und 1930 verließen über eine Million Schweden das Land in der Hoffnung dem Hunger und der Armut entkommen zu können. Aber nicht alle bekamen die notwendigen Papiere und viele hatten auch nicht die Mittel das Land zu verlassen. Da Göteborg für alle Auswanderer eine Art Zwangsstation war, strandeten viele, die ihr Heil in der Übersee suchen wollten, in Göteborg.

Gräfsnässtugan

Sehr schnell fanden sich in der Stadt Gruppen, die aus den gleichen Landesteilen Schwedens kamen, den gleichen Dialekt sprachen und vor allem das gleiche Heimweh in sich trugen. Kein Wunder daher, dass sich in dieser Zeit die ersten Heimatgilden bildeten, so im Jahre 1873 die Smålandsgilde Göteborgs.

Smålandsstugan

Der Traum jeder Gilde, auch jener, die in den folgenden Jahren entstanden, war es, ein Haus aus der Heimat zu haben um sich dort zu treffen, dort die Kultur der entsprechenden Landschaft aufrecht zu halten, Gerätschaften zu sammeln und auch um die „verlorene Kultur“ ihren Nachkommen zu vermitteln. Als Bauplatz bot sich in ihren Augen der Schlosswald an.

Dalslandsstugan

Mehrere Gilden stellten im Laufe der Jahre den Antrag im Göteborger Slottsskogen (Schlosswald) ein kleines Haus aus ihrer Gegend zu holen und dort aufzubauen, vor allem, nachdem im Jahre 1905 die Smålandsstuga im Schlosswald als erste Landschaftsstuga errichtet wurde. Die Verwaltung des Slottsskogen wollte jedoch kein neues Skansen schaffen und lehnte daher die Anträge auf eine Bohuslänstuga, eine Skaraborgstuga und eine Gotlandstuga ab.

Hallandsstugan

Auch aus der Skånestugan wurde nichts, da der Gilde, trotz Baugenehmigung, das Geld fehlte und das Lager, in dem sich die ebenfalls genehmigte Värmlandstuga befand, brannte ab und zerstörte damit den Traum der Gilde. Auch aus der Östergötlandstuga wurde nichts, da die Gilde kein typisches Gebäude in ihrer Region erwerben konnte. Aber auch ohne ein Museumsdorf im Schlosswald ist es ein Abenteuer die vier vorhandenen Lanschaftsstugor und das alte Polishuset des Slottsskogen zu besuchen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Januar 2010

Die Landschaftsstugor im Schlosswald von Göteborg

Eine der Attraktionen des Schlosswaldes (Slottsskogen) in Göteborg sind die Landschaftsstugor (Landskapsstugor), die einen Einblick in die vergangene Lebenskultur einiger schwedischen Landschaften bieten. Gerade im Winter bieten diese Gebäude eine Idylle, die an das vergangene Jahrhundert erinnert.


Der rote Hallandsgården kommt aus dem nördlichen Halland und wurde bereits ab Ende des 18. Jahrhunderts bewohnt. Das Gebäude kam im Jahre 1946 in den Schlosswald und liegt auf einem kleinen Hügel. Der alte Hof wird heute von etwa 150 Mitgliedern der Hallandgilde unterhalten, die Kultur, Sitte und Tradition des Hallands aufrecht erhalten.


Die Smålandsstugan im Slottsskogen stammt von 1750 und beinhaltet zahlreiche Möbel und Hausrat aus der Vergangenheit. Zur Smålandsstuga gehört auch ein Glockenturm aus der gleichen Epoche und einige Vorratsgebäude mit Werkzeug und landwirtschaftlichen Geräten. Die Stuga kam Anfang des 20. Jahrhunderts in den Schlosswald.


Die Dalslandsstugan wurde Mitte des 18. Jahrhunderts in Steneby erbaut und kam Gegen 1930 in den Slottsskogen. Zur Dalslandsstugan gehört auch die offene Kirche neben dem Gebäude in der an manchen Tagen die Messe gelesen wird. Wie auch die anderen Vereine, die die Stugor unterhalten, dient die Dalslandsstugan der Aufrechterhaltung alter Traditionen.


Auch der Grafnäsgården wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut und war ursprünglich die Wohnung des Verwalters des Grafnäs Schlosses. Das Gebäude wurde erst 1967 im Schlosswald Göteborg aufgebaut und ist heute Sitz des Göteborger Volkstanzringes. Der Grafnäsgården ist der aktivste der kleinen Gruppe an Landskapsstugor des Slottsskogen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 29. Mai 2009

Smålandsstugan im Slottsskogen in Göteborg

Der Slottsskogen (Schlosswald) in Göteborg ist nicht nur eine Ausflugsstelle mit Tiergarten, Picknickflächen, Kiderspielplatz und anderen Freizeitmöglichkeiten sondern beherbergt auch ein kleines Museumsdorf, das die Geschichte schwedischer Bauweisen und schwedischen Wohnens zeigt.

Die Smålandsstuga (Hauptgebäude)

Neben einer historischen Polizeistation, einem Haus aus Halland, einem anderen aus dem Dalsland und der Gräfnässtugan, zu der auch ein häufig benutzte Tanzfläche gehört, findet man auch die Smålandsstugan, die schon in sich ein ganzes Museum versteckt.

Die Kirche der Smålandsstuga im Schlosswald

Zur Smålandsstugan im Göteborger Slottsskogen gehört nicht nur ein historischer Kirchturm, eine Freiluftkirche und ein Vorratsschuppen, sondern auch die Einrichtung des Haupt- und Nebengebäudes mit unzähligen Dokumenten einer vergangenen Zeit.

Geräte für die Käsezubereitung aus dem 19. Jahrhundert

Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert führte auch in Schweden zu einer Landflucht und Bewohner aller schwedischen Regionen siedelten sich in Göteborg an. Die Bewohner Smålands waren die ersten, die sich nach einem gemeinsamen Versammlungsort sehnten und konnten 1905 ein 150 Jahre altes Gebäude von Skubbhult in den Slotsskogen Göteborgs verlegen um dort ein kulturelles Zentrum zu errichten.

Teil eines Wandbehanges mit biblischem Motiv

Die Smålandsstugan war bis 1965 permanent bewohnt und wurde dann, mangels "zivilisierter" Einrichtungen, zum Museum verwandelt, das nur noch wenige Male im Jahr für die Öffentlichkeit zugängig ist.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin