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Freitag, 26. März 2010

Schären Göteborgs und schwedische Inseln bei der TUR-Mässan

Wer die Touristikmesse TUR-Mässan besucht um sich über die südlichen Schären Göteborgs zu informieren, stößt nur auf einige wenige Informationen von privaten Firmen, die spezielle Ausflüge auf die Inseln anbieten, also Bezahltprogramme wie ein Besuch der Älvsborgsfestung oder eine Ausflugstour mit regionalem Essen. Ein Tourist weiß natürlich, dass er für Ausflüge bezahlen muss, aber er will auf einer Messe nicht mit der Nase darauf gestoßen werden, sondern sucht auch übergreifende Informationen über die Schären, die einen Reichtum Göteborgs darstellen. Bei vier Besuchen am Stand war nicht einmal ein Zuständiger des Göteborger Touristbüros anzutreffen. Eine kleine Broschüre mit einer Karte über die Schären war ohnehin abwesend.


Die nördlichen Schären Göteborgs oder südlichen Schären des Bohuslän, wie sie auch genannt werden, die außerhalb des Stadtgebietes liegen, bieten hier ein völlig anderes Bild. An den Ständen findet man ein breites Paket an Informationen. Egal ob man dort wandern, eine Sehenswürdigkeit oder ein Museum besuchen will, über jedes Thema findet man ausführliche Informationen. Übernachtungsmöglichkeiten, regionale Küche und jede Art von Ausflugsmöglichkeiten werden auf der Göteborger Touristikmesse über die Inseln des Bohuslän in großer Menge angeboten.


Wer sich für die Schären Stockholms auf der TUR-Mässan interessiert, wird jedoch das Gleiche erleben wie in Göteborg, denn die königliche Hochzeit und die Werbung von Hotels lässt wenig Platz für sachliche Informationen, die vielleicht auch einen ganz normalen Sommertouristen interessieren könnten. Wer eine Reise nur nach Stockholm plant und sich gar für die Inseln vor der schwedischen Hauptstadt interessiert wird die Messeräume enttäuscht wieder verlassen oder sich ein anderes Reiseziel aussuchen.


Eine Zwischenstellung auf der TUR-Mässan in Göteborg nimmt die Insel Gotland ein, denn während man relativ gute Informationen über Veranstaltungen, Besichtigungen und Übernachtungen findet, so wird Visby kaum erwähnt und alle, die einen grünen Tourismus auf der Insel anstreben, müssen sich vor Ort und nicht auf der Messe erkundigen. Eine hervorragende Präsentation betraf jedoch die kulinarischen Spezialitäten und gehobene Übernachtungsmöglichkeiten auf Gotland. Aber vielleicht muss eine Insel, die touristisch bereits erschlossen ist, auch keine weiteren Besucher mehr anziehen.


Die best präsentierte Insel vor der schwedischen Küste ist Öland, denn am Stand der Insel konnte man sich konkret über jede Einzelheit der Insel informieren, angefangen von der Eketorps Burg über jede Sommeraktivität und den Zoo bis zu Wander- und Fahrradwegen. Wer einen Sommeraufenthalt auf Öland plant, kann dies ohne Einschränkungen bereits am Stand der TUR-Mässan machen, ähnlich den nördlichen Schären Göteborgs.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. März 2010

Ausstellung „Ich will doch nur respektiert werden“ im Världskulturmuseet in Göteborg

Bis August 2010 präsentiert das Världskulturmuseet in Göteborg die Ausstellung Jag vill ju bara ha respekt, ich will doch nur respektiert werden, die vom Polizeimuseum in Stockholm zusammengestellt wurde und das aktuelle Problem jugendlicher Gewalt zeigen soll. Die Ausstellung wurde vor allem mit dem Hintergrund geschaffen, dass jugendliche Gewalt in Schweden ständig zunimmt und man Maßnahmen finden muss, diese Entwicklung zu bremsen.


Die Ausstellung im Weltkulturmuseum in Göteborg zeigt den Aspekt der jugendlichen Gewalt an Hand von Zeitdokumenten und lässt die Jugendlichen und ihre Angehörigen selbst reden, um ein möglichst neutrales Bild der heutigen jugendlichen Gewalt zu zeigen. Die Verantwortlichen der Ausstellung verzichten hier ganz bewusst auf Zahlenmaterial und Interpretation und benutzen Gefühle als Sprache.


Die Ausstellung Jag vill ju bara ha respekt erzählt die Geschichte von Opfern, Tätern, Zeugen, Helfern und Angehörigen und zeigt damit, dass Gewalt nicht nur für das Opfer Folgen hat. Der Besucher findet hier Erzählungen, Aussagen und findet, wenn er die roten Türen eines Metallschranks öffnet, hinter jeder Tür Gegenstände, die bei einer Tat eine wichtige Rolle spielten, wobei die Hintergründe auf der Rückseite der Türen erklärt werden.


Jugendliche Gewalt ist nicht nur handgreiflich, sie beginnt beim Mobbing. Zwei Filmdokumente der Ausstellung schildern zwei Geschichten, die dazu dienen sollen, dass das Thema Mobbing nach Betrachten der Filme in Schulen diskutiert werden soll. Die beiden Dokumente sind jedoch auch ein Aufruf an die Schulen, aktiv Programme gegen Mobbing zu entwickeln, damit jeder Schüler die gleiche Chance bekommt und von allen Seiten den gleichen Respekt erfährt.


Einen bedeutenden Platz nehmen auch drei Fälle von jugendlicher Gewalt ein, die in Schweden über Wochen hinweg Schlagzeilen machten und das Leben für hunderte von Personen beeinflusste und sowohl Angst als auch Unverständnis mit sich führte. Die langsame Aufklärung und eine Verhandlung nach Jahren lassen Verbrechen nicht ruhen, sondern beeinflussen Betroffene manchmal bis zum Tode.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin