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Sonntag, 28. März 2010

Essen und Trinken in Göteborg, und in ganz Schweden

Auch wenn man bei einer Touristikmesse in erster Linie an einen Ferienaufenthalt denkt, an Baden, Wandern oder auch den Besuch von Sehenswürdigkeiten und Museen oder einen Segelkurs, so ist ein Urlaub dennoch immer mit Essen und Trinken verbunden. Oder mit anderen Worten, mit der Entdeckung einer anderen Küche, die je nach Land oder Landstrich auch mehr oder weniger exotisch sein kann.


Während Hotels und Restaurants Göteborg auf der TUR-Mässan 2010 fast als abwesend bezeichnet werden können (von Gothia Towers abgesehen), so konnte man dennoch einige Lokalprodukte kennen lernen. So die weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannten Göteborger Pfefferkuchen mit Zitronengeschmack oder das Mazipan der seit 140 Jahren bestehenden Konditorei Bräutigam. Während man auf der Messe die Produkte zu einem günstigeren Tarif erwerben konnte, so kann man jedoch sämtliche Spezialitäten das ganze Jahr über in den Läden der beiden Unternehmer finden oder per Internet bestellen.


Auch die Schlösser im Västra Götaland, die Nääs Fabriken und einige Unterkünfte auf den Schären Göteborgs und dem Bohuslän warben auf der Touristikmesse in Göteborg mit der Qualität ihres Essens und boten ihren Besuchern zum Teil Geschmacksproben an. Auf der Göteborger Messe waren jedoch nur Hotels und Restaurants vorhanden, die auf regionales Essen Wert legen und biologische Kultur und traditionellen Fischfang in den Vordergrund setzten. Sauerteigbrot wurde ebenso beworben wie westschwedische Fische, Garnelen oder Austern.


Im schwedischen Bereich der TUR-Mässan konnte man auch zahlreiche Stände mit biologischen Einschlag finden, die nicht nur für ihre natürlichen Produkte Werbung machten, sondern in der Regel auch Führungen und Sommerkurse veranstalteten und die den Teilnehmern unter anderem alte Heilmethoden für Mensch und Tier näher bringen, aber auch die Zubereitung alter Kochrezepte oder klassische Marmeladenherstellung erklärten.


Da Schweden auch eine Jahrhunderte alte Tradition in Bierherstellung hat, die bis zu den Wikingern zurückreicht, konnte man natürlich auch sehr vieles über die unterschiedlichen Herstellungsverfahren erfahren und, zum Beispiel, den Unterschied zwischen einem Gotländischen Bier und einem Bier des Westgotenlands feststellen. Im Sommer kann man dann in zahlreichen Gegenden Schwedens, und auch in Göteborg, an Bierproben mit typischem Essen teilnehmen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Juni 2009

Midsommar in Schweden: Essen, trinken, feiern und tanzen

Gutes Essen ist für Schweden fast schon Alltag, wobei das Hauptessen, middag, nicht am Mittag stattfindet, sondern am Abend. Im Laufe des Jahres gibt es auch einige Tage, an denen das Essen fast schon "vorgeschrieben" ist und man schon im Voraus weiß, was der Gastgeber auf den Tisch stellen wird. Einer dieser Tage ist Midsommar (Sommersonnenwende).


Es gibt wohl keinen Schweden, der nicht das typische Midsommaressen kennt, auch wenn er selbst so manchmal kleine Neuerungen einführt, vor allem wenn er sill, also den schwedischen eingelegten Hering, nicht mag.


Was zum typischen Midsommaressen gehört kann man in Schweden auf über 600.000 Internetseiten nachlesen: Sill, Färskpotatis, Jordgubbar, Aquavit, Öl, Dill und Gräslök (eingelegter Hering, Frühkartoffeln, Erdbeeren, Aquavit, Bier, Dill und Schnittlauch). Aber die Aufzählung sagt natürlich nicht sehr viel, denn je nach Größe der Gruppe findet man Sill in Senfsosse, Sill in Knoblauchsosse, Skärgårdssill, Matjes etc. Kartoffelsalat, Lachs und so manch andere zusätzliche Leckerei.


Dill und Schnittlauch gehören in die unterschiedlichen Soßen, Sahne oder saure Sahne, die zum Fisch gereicht werden und den Geschmack zu verfeinern. Frühkartoffeln müssen ausgereift sein, fest und ohne jede Schadstelle. Gekauft werden sie lose und meist ungewaschen.


Erdbeeren sind als Nachspeise gedacht und werden einfach frisch gegessen oder zu einer Erdbeertorte verarbeitet. Wobei Erdbeeren, wie auch Frühkartoffeln, egal zu welchem Preis zu Midsommar gekauft werden. Dieses Jahr waren die Kartoffeln sehr preisgünstig (ab 9 Öhre pro Kilo, der Durchschnitt lag bei 5 skr!), was man bei schwedischen Erdbeeren nicht sagen konnte, denn, wie üblich, gingen die Preise zu Midsommar gewaltig in die Höhe und 100 Kronen für das Kilo waren noch ein guter Preis. Nur Erdbeeren aus Polen, Belgien, Deutschland oder Spanien waren etwas billiger.


Bier (oder auch ein nichtalkoholische Getränke) trinkt man beim Essen gegen den Durst, der sich bei Sill mit Sicherheit bemerkbar macht. Den Aquavit trinkt man nach dem Essen und er dient vor allem der Verdauung, da Hering sehr lange im Magen liegen kann. Da Aquavit auf Kümmel basiert, regt er die Verdauung an und sorgt dafür, dass man nicht die ganze Nacht über Hering riecht und spürt. Ja, ja, warum dann überhaupt Hering essen? Weil er schmeckt und zur Tradition gehört.


Ein einziges Mal versuchten meine Frau und ich in Deutschland Midsommar zu feiern, aber wir hatten zum einen nicht damit gerechnet wie anders Geschmäcker sein können und waren auch selbst mit der Ware, die uns zur Verfügung stand, nicht zufrieden, denn deutscher eingelegter Hering hat nichts mit schwedischem zu tun. Frühkartoffeln bekamen wir gar nicht erst, der deutsche Aquavit schmeckte nach zuviel Kümmel und nur die Erdbeeren konnten alle zufrieden stellen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin