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Samstag, 28. November 2009

Weihnachtsmarkt im Göteborger Stadtteil Haga

Einen der authentischsten Weihnachtsmärkte Göteborgs findet man jeweils an den Dezemberwochenenden im Stadtteil Haga, genauer genommen in der Haga Nygatan, die bekannt ist für ihre Außencafés, die Antiquitätenmärkte, die größten Zimtschnecken und Bauten, die noch an das 19. Jahrhundert erinnern.


Der Weihnachtsmarkt in Haga wurde im Laufe der Jahre fast eine Institution, die dafür bekannt ist, dass man an den Ständen noch überwiegend schwedische Tradition findet und nicht ein undefinierbarer Wirrwarr an Produkten und Dekorationen. Alte und moderne weihnachtliche Gebilde wechseln hier von Stand zu Stand.


An zahlreichen Ständen entlang der Haga Nygatan kann man während des Weihnachtsmarktes, der als Alternative und Zusatz zum Göteborger Weihnachtsmarktes in Liseberg betrachtet werden kann, unterschiedliche Gerichte versuchen bevor man sich zum Kauf entschließt. Den Besuchern werden unter anderem mehrere Sorten eingelegter Hering (Sill) angeboten oder geräucherter Lachs.


Haga Nygatan bietet an den Wocheneden im Dezember eine Mischung an Angeboten, die von antiken Glögggläsern und Weihnachtsleuchtern über gebrannte Mandeln bis zu handwerklichen Produkten und weihnachtlichem Gebäck wie Lussekatter reicht. Kein Wunder daher, dass man daher auf diesem Göteborger Weihnachtsmarkt nicht nur Schwedisch hört, sondern auch Dänisch, Norwegisch, Deutsch und selbst Spanisch.


Der Weihnachtsmarkt in Haga präsentiert natürlich nicht nur weihnachtliche Produkte, die das Heim verschönern, unter dem Christbaum wiederzufinden sind oder Feinschmecker anziehen, denn am 5. Dezember wird auch die Göteborger Lucia die Haga Nygatan besuchen und immer wieder kann man Weihnachtsgesang in live lauschen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. August 2009

Marstrand, eine Insel im Bohuslän, einen Schritt von Göteborg

Die Insel Marstrand ist vor allem bekannt für das Volvo Ocean Race und seine Segelwettbewerbe, auch wenn die frühere Fischerinsel, deren Wappen drei Heringe beinhaltet, weitaus mehr zu bieten hat und eine sehr lange Geschichte hat, die sehr eng mit jeder des Bohuslän verknüpft war.


Wer die autofreie Insel Marstrand besucht wird bereits bevor er die Fähre Lasse-Maja besteigt von der Carlstens Fästning (Festung Carlsten) begrüßt. Die Festung aus dem 17. Jahrhundert wurde vor allem von Strafgefangen errichtet und war über Jahrhunderte ein massives Bollwerk gegen die Feinde.


Von der Festung aus sind zahlreiche historische Stellen der Insel über (leider schlecht markierte) Wanderwege zu erreichen, wobei man von den höchsten Stellen der Insel Marstrand aus auch einen fantastischen Blick genießen kann. Die Grotten aus der Steinzeit oder der Opferstein sind nur wenige hundert Meter von der Carlstens Fästning entfernt.


Liebhabern der Natur der Insel bieten ein Rundwanderweg von etwa fünf Kilometern die Möglichkeit sowohl die Bewachsung als auch die Tierwelt des Bohuslän zu entdecken. Aber auch ein Gang durch das enge Nadelöhr, ein Picknick mit Blick auf die Schären des Bohuslän, ein Bad im FKK-Strand oder ein Blick über den Treffpunkt von Kattegat und Skagerak sind Attraktionen von Marstrand.


Bevor man dann die Fähre zurück auf die Koön nimmt bleibt noch die Zeit um die Kirche vom 13. Jahrhundert zu besichtigen, einige Häuser aus dem 18. Jahrhundert zu bewundern oder eine der Kunstausstellungen zu besuchen, um zum Abschluss des Besuches auf Marstrand eine Tasse Kaffee mit frisch gebackenem Gebäck zu genießen.

Weitere Informationen zu Marstrand auf den Seiten
Marstrand im Bohuslän, ein Ausflugsort von Göteborg
Marstrand, Volvo Ocean Race und Carlstens Fästning

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Juni 2009

Midsommar in Schweden: Essen, trinken, feiern und tanzen

Gutes Essen ist für Schweden fast schon Alltag, wobei das Hauptessen, middag, nicht am Mittag stattfindet, sondern am Abend. Im Laufe des Jahres gibt es auch einige Tage, an denen das Essen fast schon "vorgeschrieben" ist und man schon im Voraus weiß, was der Gastgeber auf den Tisch stellen wird. Einer dieser Tage ist Midsommar (Sommersonnenwende).


Es gibt wohl keinen Schweden, der nicht das typische Midsommaressen kennt, auch wenn er selbst so manchmal kleine Neuerungen einführt, vor allem wenn er sill, also den schwedischen eingelegten Hering, nicht mag.


Was zum typischen Midsommaressen gehört kann man in Schweden auf über 600.000 Internetseiten nachlesen: Sill, Färskpotatis, Jordgubbar, Aquavit, Öl, Dill und Gräslök (eingelegter Hering, Frühkartoffeln, Erdbeeren, Aquavit, Bier, Dill und Schnittlauch). Aber die Aufzählung sagt natürlich nicht sehr viel, denn je nach Größe der Gruppe findet man Sill in Senfsosse, Sill in Knoblauchsosse, Skärgårdssill, Matjes etc. Kartoffelsalat, Lachs und so manch andere zusätzliche Leckerei.


Dill und Schnittlauch gehören in die unterschiedlichen Soßen, Sahne oder saure Sahne, die zum Fisch gereicht werden und den Geschmack zu verfeinern. Frühkartoffeln müssen ausgereift sein, fest und ohne jede Schadstelle. Gekauft werden sie lose und meist ungewaschen.


Erdbeeren sind als Nachspeise gedacht und werden einfach frisch gegessen oder zu einer Erdbeertorte verarbeitet. Wobei Erdbeeren, wie auch Frühkartoffeln, egal zu welchem Preis zu Midsommar gekauft werden. Dieses Jahr waren die Kartoffeln sehr preisgünstig (ab 9 Öhre pro Kilo, der Durchschnitt lag bei 5 skr!), was man bei schwedischen Erdbeeren nicht sagen konnte, denn, wie üblich, gingen die Preise zu Midsommar gewaltig in die Höhe und 100 Kronen für das Kilo waren noch ein guter Preis. Nur Erdbeeren aus Polen, Belgien, Deutschland oder Spanien waren etwas billiger.


Bier (oder auch ein nichtalkoholische Getränke) trinkt man beim Essen gegen den Durst, der sich bei Sill mit Sicherheit bemerkbar macht. Den Aquavit trinkt man nach dem Essen und er dient vor allem der Verdauung, da Hering sehr lange im Magen liegen kann. Da Aquavit auf Kümmel basiert, regt er die Verdauung an und sorgt dafür, dass man nicht die ganze Nacht über Hering riecht und spürt. Ja, ja, warum dann überhaupt Hering essen? Weil er schmeckt und zur Tradition gehört.


Ein einziges Mal versuchten meine Frau und ich in Deutschland Midsommar zu feiern, aber wir hatten zum einen nicht damit gerechnet wie anders Geschmäcker sein können und waren auch selbst mit der Ware, die uns zur Verfügung stand, nicht zufrieden, denn deutscher eingelegter Hering hat nichts mit schwedischem zu tun. Frühkartoffeln bekamen wir gar nicht erst, der deutsche Aquavit schmeckte nach zuviel Kümmel und nur die Erdbeeren konnten alle zufrieden stellen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin