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Dienstag, 3. August 2010

Lasse Dahlquist im Seefahrtsmuseum in Göteborg

Lasse Dahlquist, der eigentlich Lars-Erik Dahlquist hieß, wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass finden dieses Jahr in Göteborg mehrere Veranstaltungen statt, wobei man noch bis Ende des Jahres im Seefahrtsmuseum in Göteborg eine Ausstellung findet, die das Leben dieses Mannes in Text, Ton und Bild skizziert. Einige seiner berühmtesten Lieder kann man während des Besuches dieser Ausstellung in ganzer Länge anhören.


Auch wenn die Ausstellung des Seefahrtsmuseums ab nächstem Jahr in Schweden auf die Wanderschaft geht, so ist der Künstler Lasse Dahlquist auch ohne dieses Porträt in Göteborg, und vor allem auf der Insel Brännö, wo er begraben wurde, immer präsent, egal ob es sich um Rundfunkübertragungen, um Allsång oder klassische alte schwedische Filme handelt.


Dabei sah es ursprünglich gar nicht so aus, als ob Lasse Dahlquist je in Göteborg bekannt würde, denn er ging zur See als er gerade einmal 16 war. Da ihm jedoch die Musik im Blut lag, gründete er bereits auf dem Boot Beatrice eine Drei-Mann-Band, die vor allem Shanties sang, aber einen Grundstein für die spätere Karriere setzte.



Nach seiner „Musikausbildung“ auf See nahm er 1931 seine erste Schallplatte auf. Der Erfolg kam jedoch erst 1938 mit „Jolly Bob från Aberdeen“. Bis zu seinem Tod im Jahre 1979 schrieb Lasse Dahlquist dann rund 500 Lieder, die jedoch nicht alle von fremden Ländern, vom Bohuslän und Träumen handelten, sondern er schrieb auch Weisen über den Zweiten Weltkrieg oder die Arbeitskonditionen am Hafen Göteborgs.


Parallel zu seinen Auftritten in Volksparks und Bühnen, die das Volk besuchte, wirkte er ab 1932 auch in mehreren schwedischen Filmen mit großem Erfolg mit. Seine Filme hatten eine Beziehung zum Västra Götaland und Lasse Dahlquist wurde nicht als Künstler betrachtet, sondern als ein Mann des Volkes, ein Ruf, der ihm auch über den Tod hinaus folgt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. August 2010

Das Aquarium des Seefahrtsmuseums in Göteborg

Im Aquarium des Seefahrtsmuseums in Göteborg sind Fische, Seeanemonen, Quallen und andere Bewohner des Meeres nach ihrem Milieu eingeteilt, wobei einige der Milieus für den Besucher deutlich erklärt sind, zumal Meerestiere sehr empfindlich auf die kleinste Veränderung an Wassertemperatur oder Bewachsung reagieren.


In drei großen Räumen kann man im Aquarium sowohl einheimische als auch tropische Arten finden, wobei vor allem der tropische Bereich mit seinen bunten Fischen eine Vielzahl an Besuchern anzieht, denn im Gegensatz zu nordischen Gewässern, in denen das Leben eher ruhig vor sich geht, ist in tropischen Gewässern ständig Aktion und schnelle Bewegungen zu sehen.


Aber auch wenn Farbenpracht und Bewegungen die Augen der Besucher anziehen, so besitzt das Aquarium des Seemuseums jedoch einige andere bedeutende Bewohner, unter anderem einige Quallen, die man sehr selten in Aquarien findet, die jedoch in naher Zukunft eine wahre Bedrohung für das Meer werden können.


Jeden Samstag um 12 Uhr lädt das Aquarium seine jüngsten Besucher zu einem besonderen Erlebnis ein, denn hier werden ihnen viele Geheimnisse der Wasserwelt erklärt. Und oft spielen hier die bekanntesten Tiere wie Krabben, Seesterne oder Seepferdchen die wichtigste Rolle. Kinder erfahren hier auch, ob Seesterne Augen haben oder ob Seeanemonen sich vom Platz bewegen können.


Eine wahre Neuheit für ein Seefahrtsmuseum ist das virtuelle Aquarium, in dem der Besucher am Bildschirm das Leben auf dem Grunde des Meeres in direkt verfolgen kann. Diese Neuerung wird beim Umbau des Museums in Göteborg eine noch größere Bedeutung bekommen, denn einen Großteil des Lebens unserer Meere kann man in kein Aquarium stecken, obwohl das Leben im Ozean über unsere Zukunft entscheiden kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 20. November 2009

Der Gamla Varvsparken in Göteborg

Der Gamla Varvsparken in Göteborg ist ein kleiner Park vor dem Seefahrtsmuseum, direkt gegenüber des Stigbergstorget und des Gathenhielmska huset. Seinen Namen erhielt er nach der früheren Werft, die hier ihren Platz hatte. Der Gamla Varvsparken wurde unmittelbar nach dem Ende der Werftaktivitäten anglegt und 1933 wurde dann auf der einen Seite des Parkes das Seefahrtsmuseum Göteborg erbaut.


Den bedeutendsten Teil des Gamla Varvsparken nimmt das Seefahrtsmuseum und der Seemannsturm mit der warten Frau des Seemanns ein. Das Museum behandelt in seinen Ausstellungen alles was mit Meer, Seefahrt und Fisch zu tun hat, sowohl seine historischen Aspekte als auch die technischen Anforderungen. Ein Meeresaquarium ergänzt diese Ausstellungen noch.


Wer seine Museumsschwellenangst noch nicht überwunden hat kann, vor allem während der Sommermonate, einige Gerätschaften auf der Parkanlage entdecken. Mehrere Kanonen, Anker und eine Nebelglocke sind der winterlichen Witterung weniger ausgesetzt und können daher das ganze Jahr über im Gamla Varvsparken besichtigt werden.


Der Seemannsturm mit der vergebens wartenden Frau eines Seemanns hat an seinem Fuß Erinnerungsplaketten mit allen schwedischen Seeleuten, die während des ersten Weltkriegs ums Leben kamen. Von April bis Oktober kann der Turm auch erklommen werden und bietet knapp unter der Statue einen beeindruckenden Blick über Göteborg, den Göta Älv und die Schären.


Die bedeutensten Männer der Göteborger Werften und jene, die sich um das Seefahrtsmuseum verdient gemacht haben findet man im heutigen Gamla Varvsparken als Büste wieder. Von Fredric Henric af Chapman über Hugo Hammar bis zu Oscar Kjellberg wurde hier den verdienten Männern der Göteborger Seefahrt ein bleibendes Monument gesetzt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Shoreline, jung in einer Hafenstadt, im Seefahrtsmuseum in Göteborg

Bis zum 13. Dezember 2009 findet man im Sjöfartsmuseet (Seefahrtsmuseum) in Göteborg eine Ausstellung besonderer Art, die unter dem Motto Shoreline, jung in einer Hafenstadt, steht und Arbeiten junger Göteborger Künster zum Thema Göteborg und Hafen bietet.


In einer Zusammenarbeit zwischen Sjöfartsmuseet und der Ungdomssatsningen Linné präsentieren vier junge Göteborger Künstler ihre Werke aus dem Winkel wie sie es betrachten in einer Stadt zu leben, die am Wasser liegt und wo das Meer über Jahrhunderte hinweg seinen Einfluss ausübte.


Das Seefahrtsmuseum will mit dieser Ausstellung Jugendlichen der Stadt ein Forum bieten, wo sie ihre eigene Kultur und ihre Eindrücke zum Ausdruck bringen können, nicht zuletzt mit der offenen Frage, inwieweit das Wohnen in einer Hafenstadt die Persönlichkeit eines Menschen beeinflusst und was Jugendliche von einem Seefahrtsmuseum erwarten.


Die Ausstellung Shoreline will der Jugend Göteborgs auch die Möglichkeit einer Mitbestimmung geben, indem der Dialog zwischen Museumsleitung und Jugendlichen dazu führen soll eine gemeinsame Basis darüber zu finden, was das Museum ab 2011 seinen Besuchern bieten soll.


Während man bis zum 13. September die Vorschläge und Bilder von Aya Nielsen, Hannah Greppe, Martina Söderlund und Allis Öster im Museum zu sehen bekommt, wird die virtuelle Ausstellung unter der Adresse http://www.sjofartsmuseetshoreline.se/ auch während 2010 zugängig sein.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Bilder: Aya Nielsen, Hannah Greppe, Martina Söderlund, Allis Öster

Freitag, 7. August 2009

Ein Soldat ist ein Soldat …, eine Ausstellung im Seefahrtsmuseum in Göteborg

Noch bis zum 23. August kann man im Seefahrtsmuseum Göteborg seine erste Außenhaus-Ausstellung rund um die Uhr betrachten. Die Ausstellung "En soldat är en soldat är en soldat är en soldat" wurde anlässlich des HBT-Festivalen in Göteborg eröffnet und stellt in sechs beleuchteten Kästen eine Grundfrage unserer Gesellschaft: Welche Rechte hat ein Mensch?


Im Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kann man lesen, dass "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen."


Aber wie frei ist ein Soldat in Wirklichkeit, wie frei ist ein homosexueller Soldat und wie frei war ein Soldat in der Vergangenheit. Kann eine Frau Soldat sein? Wobei sich auch die nächste Frage stellt, nämlich: "Was macht einen Soldaten aus?" Seine Uniform, sein Denken, sein Handeln?


Die Ausstellung im Seefahrtsmuseum Göteborg ist eine Folge von Ausstellungen in Schweden und stellt das stereotype Bild des Soldaten in Frage, wie auch seine männliche Dominanz. Die Ausstellung stellt dem Betrachter auch die Fragen, ob ein Soldat homosexuell sein kann und trotzdem einen guten Soldaten darstellt, aber auch ob Frauen wohl doch eher schlechte Soldaten sind oder die gleiche Rolle einnehmen können wie ein Mann.


Die Ausstellung im Sjöfartsmuséet wurde vom schwedischen Armeemuseum erstellt, wobei sich das Seefahrtsmuseum für diese Ausstellung entschieden hat, weil auch die Berufe auf See mit Uniformen und einer männlichen Dominanz behaftet sind. Es geht also um mehr als nur einen Soldaten in Uniform. Die Ausstellung gibt Denkanstösse über das Denken und Verhalten der Menschen des 21. Jahrhunderts.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. Juni 2009

Sjömanshustru, eine Ausstellung im Sjöfartsmuséet in Göteborg

Jeder, der mit der Stena Line in Göteborg ankommt kennt die Statue der Sjömanshustru, der Frau eines Seemanns, die ihren Blick über die See, oder genauer genommen über Hisingen, schweifen lässt und auf ihren Mann wartet, der von seiner letzten Fahrt nicht mehr zurückkommen wird.


Vom 10. Juni 2009 bis zum 31. Januar 2010 lädt nun das Sjöfartsmuséet (Seefahrtsmuseum) in Göteborg zu einer Ausstellung ein, die ebenfalls den Namen "Sjömanshustru" trägt, aber von den Frauen der Seemänner aus den Philippinen spricht.


Der Journalist Lennart Johnsson und der Fotograf Leif Hansson haben die Philippen mehrmals besucht um das Leben dieser Frauen zu dokumentieren, deren Leben selbstverständlich nicht mehr darin besteht am Hafen zu stehen und zu warten. Sie wollen wissen, was eine Seemannsfrau die lange Zeit über macht, die ihr Mann auf See verbringt und wie sie ihr Leben meistert.


Die Ausstellung "Sjömanshustru" im Sjöfartsmuséet zeigt dem Betrachter der Fotos wie selbständig und selbstbewusst die philippinischen Frauen der Seeleute heute sind. Einige der Frauen haben sich zu Geschäftsfrauen emanzipiert und gleichen in nichts mehr den Vorstellungen der westlichen Welt von einer asiatischen Frau der letzten Jahrhunderte.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Copyright Fotos: Leif Hansson