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Sonntag, 10. Oktober 2010

Nappträd, Schnullerbäume in Göteborg

Wer durch die Grünflächen in Göteborg spaziert, findet hin und wieder Bäume besonderer Art, von deren Äste bisweilen hunderte von Schnullern baumeln und hin und wieder auch einer Babyflasche. Selbst im Schlosswald und an den Delsjön findet man einen auf diese Art „geschmückten“ Baum, der gut sichtbar an einem Wanderweg steht.


In Schweden nennt man diese Bäume Nappträd, also Schnullerbäume, die für viele Kinder eine besondere Rolle spielen, denn irgendwann warnt der Zahnarzt von der weiteren Benutzung des Schnullers oder alle Freunde haben bereits darauf verzichtet oder das Kind fühlt sich einfach zu alt um sich noch mit dem Schnuller zu zeigen.


In diesem Moment beginnt der Schnullerbaum, an dem die Eltern schön längere Zeit immer wieder mit ihrem Sprössling vorbeigingen, eine Rolle zu spielen, denn längst kennt das Kind die Bedeutung dieses Baumes und immer häufiger taucht er in der Welt des Kindes auf, zumal dieser Baum ein Symbol dafür wird, dass man ohne Schnuller nicht mehr als Baby betrachtet wird und daher den nächsten Schritt im Leben nimmt.


Eines Tages sammelt dann das Kind alle seine Schnuller und selbst die Babyflasche und bittet die Eltern um einen Spaziergang zum Nappträd, dem Schnullerbaum. Dort angekommen werden dann alle Schnuller mit einem Draht oder Faden an einem der Äste befestigt. Der Vorteil dabei ist, dass die Schnuller nicht einfach verschwinden und das Kind weiß, wo seine jüngste Kindheit abgeblieben ist. Wichtig dabei ist auch, dass das Kind selbst dabei hilft die Schnuller am Baum zu befestigen.


Zu Beginn wollen die Kinder ihre Schnuller öfter einmal besuchen, aber mit der Zeit werden die Abstände länger und nach spätestens einem Jahr haben die Kinder ihre Beziehung zu den Schnullern dann verloren. In der Regel hängen die Schnuller bis zu zwei Jahren auf den Bäumen, bis die Witterung sie so unkenntlich machte, dass sie endgültig im Abfall landen können.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Foto: Irene Kårlin

Montag, 19. Juli 2010

Schmetterlinge in Göteborg

Obwohl das nordische Klima nicht gerade ideal für Schmetterlinge ist, findet man in den Parkanlagen Göteborgs, auf den vorgelagerten Schären und in den Seegebieten der Stadt eine Vielzahl an Faltern, selbst jene Arten, die in anderen Teilen Europas bereits selten werden, weil man ihnen die Pflanzen nahm, die sie zu ihrer Vervielfältigung brauchen. Die zahlreichen Naturreservate in Göteborg und dem Västra Götaland sind daher für Schmetterlinge fast so etwas wie ein Paradies.


Die Liebe zu Schmetterlingen drückt sich in Göteborg jedoch noch auf eine weitere Weise aus, denn diesen Sommer wurden für Falter zwei Reservate angelegt, die speziell für Schmetterlinge ausgerichtet sind und sowohl für die natürliche Vermehrung dieser Insekten gedacht sind als auch für den Unterricht in den Schulen und Vorschulen einen Beitrag leisten.


Das erste Reservat befindet sich im Göteborger Schlosswald (Slottsskogen), wo bereits seit mehreren Jahren eine Wiese für Schmetterlinge reserviert war und entsprechend bepflanzt wurde. Das zweite Reservat wurde an den beiden Delsjön angelegt, wo sich bereits das größte Naturschutzgebiet Göteborgs befindet und das vor allem auch der Ausbildung von Biologielehrern dient.


Da Schmetterlinge während ihres Entwicklungszyklus an bestimmte Pflanzen gebunden sind, wurden in den Schmetterlings-Reservaten genau diese Pflanzungen angelegt, damit die Falter ihrem natürlichen Rhythmus folgen können und auch die Zugfalter, denen es unmöglich ist in Göteborg den Winter zu überleben, hier genügend Nahrung finden um ihnen die Kraft zu geben zum Herbstende zurück in den Süden fliegen zu können.


Wer sich in Göteborg dann mehr über das Leben der Schmetterlinge interessiert, egal ob es ihre Lebensweise ist, das Vorkommen und die Flugwege von Zugfaltern oder wie die Flügel der Schmetterlinge ihre Farbe erhalten, kann sich hierüber ausführlich im Naturhistorischen Museum der Stadt informieren, das sich nicht darauf beschränkt die verschiedenen Arten aneinanderzureihen, sondern die gesamte Geschichte der Schmetterlinge erzählt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. Juli 2010

Das Jedermannsrecht in Göteborg

Das schwedische Jedermannsrecht erlaubt es, zumindest theoretisch, entlang jeden Strandes zu gehen, in der Natur Pilze und Beeren zu sammeln und sein Zelt, außerhalb von Häusern und Ansiedlung, überall eine Nacht lang aufzustellen. In der Realität findet man in Göteborg und seiner Umgebung jedoch sehr viele Einschränkungen zu diesem ungeschriebenen Gesetz.


Göteborg ist eine grüne Stadt und selbst im Stadtgebiet findet man sehr viel Wald, zumal das Delsjöområde und die südlichen Schären ebenfalls zur Stadt gehören, von den ausgedehnten Anlagen in der Stadt selbst einmal ganz abgesehen. Und gerade hier findet man die erste Beschränkung, da Parkanlagen grundsätzlich von dieser Regelung ausgenommen sind, selbst wenn sie, wie Teile des Schlosswaldes, einem natürlichen Wald gleichen.


Die nächste bedeutende Einschränkung des Jedermannsrechts in Göteborg findet man in der Tatsache, dass hier sehr große Flächen unter Naturschutz stehen, vor allem auf den südlichen Schären und an den Delsjön. Zu Naturschutz gehört logischer Weise auch, dass man sich hier nicht überall frei bewegen und auf gar keinen Fall sein Zelt aufstellen darf. Bevor man sich als Besucher daher auf das Jedermannsrecht oder Allemansrätten, wie es auf Schwedisch heißt, beruft, sollte man auf einer Karte nachsehen, ob man sich nicht in einem Naturschutzgebiet befindet.


Und man findet natürlich noch weitere Möglichkeiten, wo man sich des Jedermannsrechts beraubt sind, denn als in den 30er Jahren der Strand- und Inseltourismus von reichen Göteborgern entdeckt wurden, wurden teilweise ganze Inseln privat erworben und vor allem sehr viele Häuser direkt an den Strand gebaut, was über weite Strecken den Zugang zum Wasser unmöglich macht. Selbst wenn diese Absperrungen heute zum Teil illegal sind, so ist es nur die Baubehörde Göteborgs, die hier Abhilfe schaffen kann.


Und schließlich gibt es auch noch die Möglichkeit, dass die Stadt selbst das Allemansrätt beschränkt, vor allem wenn der Schaden für die Stadt oder den Ort größer wird als der Nutzen sein kann. Meist beruhen diese Beschränkungen auf der Tatsache, dass jene, die vom Jedermannsrecht profitierten ihre Pflichten vergessen und die Gewässer und Wälder als Toilette benutzen, Abfall liegen lassen oder vergraben und mit ihren Lagerfeuern eine Bedrohung der Natur darstellen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 1. Januar 2010

Wanderwege in den Parks und Grünanlagen Göteborgs

Kaum eine Stadt Schwedens bieten so viele Grünanlagen und Parks wie Göteborg in denen Wanderwege eine Entdeckung der Natur erlauben. Egal, ob man nur eine Stunde laufen will oder mehrere Stunden lang die Pflanzen- und Tierwelt erkunden will, man findet immer einen geeigneten Pfad und überall eine Stelle, an der man auch ein Picknick machen kann.


Das beliebteste Wandergebiet Göteborgs ist vermutlich das Delsjöområde, das Naturschutzgebiet um die beiden Delsjön, mit seinen zwei größeren Seen und mehreren kleinen Wasserflächen. Während der einfachste Wanderweg nur um den Stora Delsjön führt, kann man im Delsjöområde auch durch den Wald streifen oder auf der Torpwanderung die Geschichte der Umgebung entdecken.


Etwas zentraler gelegen findet man den Änggården, der am besten über den Botanischen Garten Göteborgs zugängig ist. Der Änggården ist für seine zahlreichen kleineren Teiche und sein Sumpfgebiet bekannt in dem unzählige Vögel nisten und ein Paradies für Ornithologen ist. In den letzten Jahren haben sich dort leider auch Zecken angesiedelt.


Weitaus gepflegtere Wanderwege durchkreuzen den Slottsskogen (Schlosswald) in alle Richtungen, wobei sich hier auch der größte Spielplatz der Stadt befindet, ein Kinderzoo und ein Tierpark, die zu zahlreichen Pausen einladen. Die Wanderwege hier sind auch für Kinder jeden Alters gut geeignet. Leider muss man bereits dieses Jahr auf die tropischen Vögel verzichten, da Sparmaßnahmen die Pflege der Vögel im Winter nicht mehr erlaubten.


Für sportliche oder wenige sportliche Wanderungen bietet sich das Ruddalen an, denn hier findet man einen Motionpfad und einen Naturpfad mit zahlreichen Erklärungen, aber auch einfache Wanderwege zwischen ein und vier Kilometer Länge. Das Ruddalen dient auch Wanderungen, die die Pflanzenwelt oder die Pilzwelt entdecken lassen. Hier finden regelmäßig thematische Führungen statt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Juli 2009

Die Delsjön, das bedeutendste Ausflugsgebiet Göteborgs

Die beiden Delsjön mit ihrer Natur, den historischen Funden und den Angeboten an Freizeitaktivitäten sind das bedeutendste Ausflugsziel Göteborgs. Sowohl Naturhungrige, als auch Badegäste oder Personen, die eine sportliche Aktivität suchen finden sich im Sommer an den beiden Delsjön ein.


Die große Liegewiese mit Badmöglichkeit ist an heißen Sommertagen manchmal fast schon überfüllt und die Badenden sehen etwas neidisch auf die Inseln, wo die wenigen Gäste mit Boot ihre Zuflucht suchten um vom klaren Wasser des Sees umspült zu werden.


Die zahlreichen Wandergebiete der Umgebung führen den Naturliebhaber in sehr unterschiedliche Biotope, die von Felsbewachsung bis zu Moorgebieten reicht und daher eine enorme Fauna und Flora aufweist. Das Jedermannsrecht gilt im Naturschutzgebiet der Delsjön jedoch nicht. Es ist also verboten dort seinen Wohnwagen, sein Wohnmobil oder sein Zelt außerhalb des Campingplatzes aufzuschlagen.


Ausser Jogging, Wandern oder Radfahren kann man sich an den Delsjön auch ein Kajak oder ein Kanu mieten um in aller Ruhe vom Wasser aus den See und die umliegende Natur zu entdecken. Auch mit einem eigenen Schlauchboot kann sich der Besucher auf dem See vergnügen, zumindest solange er keinen Motor mirbringen will, sondern seine Muskelkraft zum Rudern benutzt.


Spricht man nicht nur von den Delsjön, sondern vom Gebiet der Delsjön, dem Delsjöområdet, so schließt man in der Regel auch das Naturschutzgebiet Stora Torp mit ein wo sich bereits zur Steinzeit Menschen niedergelassen haben. Die Freizeitumgebung Göteborgs um die Delsjön verfügt auch um Cafés und Feuerstellen, wobei es als Selbstverständlichkeit gilt außerhalb dieser Stellen keinerlei Feuer zu machen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Juli 2009

Die häufigsten Möwenarten in Göteborg

Möwen sind von keiner Küste und keinem Küstenort wegzudenken. Ohne den eleganten Flug der verschiedenen Möwen und deren Schreie wäre ein Ausflug in die Schären Göteborgs einer Attraktion beraubt. Aber auch ein Spaziergang am Göta älv oder an den Delsjön wäre nicht vollständig, wenn diese Flugkünstler fehlen würden.


Die Sturmmöwe (Larus canus) ist die häufigste Möwe Göteborgs, die man überall in der Stadt antreffen kann und die an ihrer geringen Größe und den schwarzen Flügelspitzen am leichtesten zu erkennen ist. Die Sturmmöwe, Fiskmås auf Schwedisch, bleibt häufig auch im Winter in Göteborg.


Auch die Lachmöwe (Larus ridibundus) dringt in das Hinterland Göteborgs ein und ist im Schlosswald ein häufig gesehener Gast. Im Winter nimmt der schwarze Kopf jedoch eine weiße Farbe an und behält nur einen schwarzen Fleck am Ohr, was die Bestimmung dieser Möwe erschweren kann.


Die Silbermöwe (Larus argentatus) findet man sowohl auf den Schären Göteborgs als auch am Göta älv und dem Vallgraven bei der Markthalle und der Feskekôrka. Wie schon die Sturmmöwen haben die Jungvögel ein anderes Gefieder als die erwachsenen Möwen. Aber auch als Erwachsene kann man diese beiden Möwenarten fast nur an ihrer Größe und dem gröberen Schnabel der Gråtrut (Silbermöwe) unterscheiden. Die Silbermöwe ist rund 15 cm größer ist als die Sturmmöwe.


Die Heringsmöwe (Larus fuscus) mit ihren schwarzen Flügeln bevölkert vor allem die Schären Göteborgs und kann nur selten in der Stadt Göteborg beobachtet werden. Während eines Ausflugs auf die Inseln vor Göteborg kann man diesen eleganten Flieger jedoch häufig auf den Klippen beobachten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Mai 2009

Delsjön, der grösste See Göteborgs

Delsjön im östlichen Göteborg ist nicht ein See, sondern besteht aus zwei zusammenhängenden Seen: Dem großen und dem Kleinen Delsjön, die in einem Gebiet, dem Delsjöomrade, mit 13 Seen eingebettet sind.


Die wichtigsten Wanderwege sind beschildert

Der Delsjön, der auch Teil eines Naturreservats ist, spielt eine sehr bedeutende Rolle für Göteborg und seine Bewohner. Hier findet man Wanderwege von bis zu 14 km, einen bedeutenden Badeplatz, der bereits am 24 April des Jahres seine ersten Badegäste sah, ein weithin bekanntes Café und eine reiche Natur in einem ökologisch weitgehend natürlich erhaltenen Gebiet.


Die Delsjön haben ein sehr klares Wasser mit Schilfbewachsung

Die Delsjön bieten für viele Wasservögel eine Rast und Nahrung auf ihrem Web in den hohen Norden. Aber auch Wanderer, die nur die Entspannung suchen, finden angenehme Picknickplätze und eine vielseitige Natur bei den beiden Seen.


Weißwangengans (Branta leucopsis) auf der Durchreise

Die Delsjön sind auch das Wasserreservoir Göteborgs, die vom Götaälv per Pumpsystem mit Wasser versorgt werden und das dann in mehreren Becken des Sees gereinigt wird und als Trinkwasser zurück zur Stadt kommen.


Eiderente (Somateria mollissima) auf dem grossen Delsjön

Die Göteborger Seen Delsjön locken jedes Jahr mehr als eine Million Besucher mit seinen Aktivitäten und Wanderpfaden. Zwischen Mitte April und Anfang Mai hat man hier auch die Möglichkeit mehrere Zugvögel zu beobachten wie zum Beispiel die Weißwangengans (Branta leucopsis), die bereits in der Roten Liste gefährdeter Arten aufgenommen wurde. Oder den Flügen der Eiderente (Somateria mollissima) folgen, die am Delsjön auch in kleinerer Anzahl brütet.