Mittwoch, 17. März 2010

Das Gathenhielmska Huset am Stigbergstorget in Göteborg

Das Gathenhielmska Huset am Stigsbergstorget in Göteborg gehört zu den fünf ältesten Wohnhäusern der Stadt und erhielt seinen Namen nach Lars Gathenhielm, einem offiziellen und daher legalen Seeräuber, der 1718 in Göteborg starb, über 20 Jahre bevor das Haus gebaut wurde. Lasse Gathenhielm, wie der Kapitän genannt wurde, erhielt im Jahre 1717 nicht nur den Platz Stigbergstorget, sondern auch die Grundstücke bis hinab zum Fluss.


Bereits 1720 musste seine Witwe jedoch die Werft, das heutige Seefahrtmuseum und die umliegenden Häuser, der schwedischen Flotte zurückgeben, durfte jedoch die Seilmacherbahn (Repslagarbana) entlang der Bangatan behalten, die ihren Namen auch nach dieser Tätigkeit erhielt. Heute wird diese Arbeit nur noch zu Demonstrationszwecken im Repslagsmuseum im Bohuslän demonstriert und die Bangatan hat kaum noch eine Bedeutung.


Das Gathenhielmska Huset, das einzige erhaltene Großbürgerhaus in Holzbauweise in Göteborg, wurde von Gathenhielms Schwager Johan Hansson Busck etwa um 1743 an seiner heutigen Stelle in spätbarockem Stil erbaut. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und gehört heute zum Gathenhielmska Kulturreservat, wobei es zu den wenigen Häusern jener Zeit gehört, die die großen Brände Göteborgs überstanden.


Die folgenden beiden Eigentümer des Hauses behielten es jeweils nur wenige Jahre, bis der Seilmacher Mathias Dahlström das Gathenhielmska Huset erwarb. Erst im Jahre 1986 verkauften die damaligen Erben das Gebäude dann an die Stadt Göteborg, die es heute noch verwaltet und auch im Besitz des von drei Königen unterzeichneten Adelsbriefes ist, die im Zusammenhang mit dem Gebäude ausgestellt wurden.

Traditionelle Herstellung von Bootsseilen

Während das Gathenhielmska Hus außen nur über der Tür über Ornamente verfügt, so sind die Innenräume jedoch von sehr großem Interesse. Besichtigungen müssen jedoch gebucht werden und werden nur für Gruppen zwischen 12 und 35 Personen organisiert. Der Besucher kann hier den Varsaillessalongen mit dem Kachelofen aus dem 18. Jahrhundert entdecken, den Stora Salongen und den Gobelängrummet, die ebenfalls beide in ihrem ursprünglichen Charakter, inklusive der Gemälde, erhalten wurden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

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