Dienstag, 7. Juli 2009

Vanille, eine Orchidee im Botanischen Garten in Göteborg

Vanille ist die einzige Orchidee, die dem Menschen auch als Gewürz dienen kann und ein fester Bestandteil vieler Backwerke oder Süssigkeiten ist. Vanille in Stangenform wird oft auch als die Königin der Gewürze bezeichnet und gehört mit zu den teuersten Gewürzen der Welt.


Man kennt heute etwa 100 verschiedene Arten von Vanille und nur einige wenige von ihnen dienen als Geschmacksaroma. Die Fruchtmasse der meisten Vanillearten ist zu schwach um eine Anwendung in der Küche zu finden, dienen aber gewissen Insekten als Nahrung.


Die Orchideenausstellung im Botanischen Garten (Botaniska Trädgården) in Göteborg verfügt über einige der Vanillearten, die in verschiedenen Stadien präsentiert werden, wobei auch die Herstellung der echten Vanille auf einfache Weise erklärt wird.


Die industriell wichtigsten Vanilleschoten entstammen der Gewürzvanille (Vanilla planifolia), die ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika stammt, heute jedoch überwiegend auf Madagaskar und der Insel Réunion angebaut wird.


Während die wilde Vanille von einigen wenigen Insektenarten bestäubt werden können, muss die angebaute Vanille künstlich befruchtet werden. Der Herstellungsprozess der Vanille ist sehr langwierig und aufwendig, was den hohen Preis rechtfertigt und viele Vanillebenutzer seit dem Jahre 1874 zu synthetischer Vanille greifen lässt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 6. Juli 2009

Carl von Linné in Göteborg

Im Jahre 1746 besuchte Carl von Linné Göteborg und hinterließ damit ein Erbe, das bis in die heutigen Tage reicht und den großen Botaniker für immer mit der Stadt Göteborg verbindet. Wir finden die Linnégatan (Linnéstrasse), den Linnéplatsen (Linnéplatz) und selbst Linnéstaden (Linnéstadt), einen ganzen Stadtteil der an Linné erinnert und in dem sich auch der Botanische Garten Göteborgs befindet. Aber auch ein Vandrarhem und zahlreiche Vereinigungen Göteborgs haben den Namen Linné für ihre Aktivitäten geliehen.


Wen wundert es daher, dass sich im Botanischen Garten der Stadt eine Büste von Carl von Linné zu finden ist, die Valter Runeberg 1907 schuf und die dem Botanischen Garten 1923 von der Smålans Gille geschenkt wurde.


Die Büste von Carl von Linné wurde, wie sollte es anders zu erwarten sein, am "systematiska fält" aufgestellt, das den Besucher in die Systematik der Pflanzenwelt einführt. Allerdings werden die Familien nicht gemäß der klassischen Systematik Linnées eingeteilt, sondern folgen jener von Rolf Dahlgren um die Pflanzen auch optisch wirken zu lassen.


Die angewandte Systematik wird, wenn auch nur in Schwedisch, auch textlich erklärt, wie schon der Linnégarten, der sich unmittelbar am Eingang des Botanischen Gartens befindet und an 302 Jahre Carl von Linné erinnern soll.


Der Linnéeträdgården wurde zum nationalen und internationalen 300. Jubiläum von Carl von Linné geschaffen. Ulf Nordfjell schuf hier ein Werk, das Naturgefühl, Gartengestaltung und Kunst vereinigt wo auch Linnés Blume "Linnea" nicht fehlen durfte. Die Einrichtung kann voraussichtlich nur noch dieses Jahr besucht werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Juli 2009

Das Rosenfest in der Trädgårdsföreningen in Göteborg

Das Rosariet, die Rosenabteilung, der Trädgårdsföreningen steht im Juli in voller Blüte und über 4000 Rosen, rund 2000 verschiedene Arten, laden den Besucher der Gartenvereinigung in Göteborg zu einem einzigartigen Dufterlebnis ein. Rosen aller Farben und aller Epochen werden in dieser einzigartigen Sammlung vereint und lassen die Herzen der Rosenliebhaber höher schlagen.


Die älteste Rosenart des Rosariets der Trädgårdsföreningen hat bereits mehrere Tausend Jahre hinter sich und kommt aus dem vorchristlichen Ägypten. Sie trägt daher auch den aussagereichen Namen "Mumierosen". Die Rose des Jahres wurde jedoch die rosa Buschrose Ispahan aus dem Iran, die ihren Namen auch einem Parfum verlieh.


Auch wenn der Rosentag bereits am 2. Juli war, so feierte die Trädgårdsföreningen ihr Rosenfest am Samstag, den 4. Juli, mit zahlreichen Führungen und einem besonderen Rosenprogramm. Sagen um Rosen, musikalische Untermalung und Konferenzen zu den unterschiedlichsten Rosenthemen machten diesen Tag für die Göteborger und die Besucher der Stadt zu einem besonderen Ereignis.


Die Rosenblüte kann noch den ganzen Juli über in der Trädgårdsföreningen erlebt werden, wenn auch ohne die entsprechenden Führungen und Vorträge. Aber auch ohne Führung kann der Besucher Rosen entdecken, die einst die Ostindiefararen mit ihrer Windjammer aus China nach Göteborg brachten, Arten, die man heute nur noch in wenigen privaten Gärten findet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Juli 2009

Der Näckrosdammen in Göteborg

Der Näckrosdammen, eigentlich Renströmsparken, wurde 1923 zur Jubiläumsausstellung in Göteborg angelegt und wurde ab den folgenden Jahren als Ruhepol, für Freiluftkonzerte und für Freilufttheateraufführungen verwendet. Das Wasser des Näckrosdammen ist, wie sein Name schon sagt, überwachsen mit Seerosen.


Auch wenn die Bänke des Freilufttheaters mittlerweile verrotten und die grossen Konzerte der Vergangenheit angehören, so bietet der heutige Näckrosdammen dennoch weitaus mehr als nur einen Picknickplatz unter hohen Bäumen und neben Rhododendronbüschen.


Der Seerosenteich selbst bietet ein ideales Biotop für zahlreiche Insekten und zieht eine Vielzahl an Vögeln an. Stockenten, Möwen und Graureiher sind das ganze Jahr über ständige Gäste des Näckrosdammen, der auch im Winter meist nur wenige Tage über zufriert.


Aber der Näckrosdammen zieht auch zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten eine Vielzahl an Besuchern an. So singt, zum Beispiel, jeden Valborgsmässoafton der Röstrum storkör am Seerosenteich, und die Studenten der Musikhochschule haben ihre typischen Abschlussfeiern ebenfalls am Näckrosdammen.


Aber auch Kunstliebhaber, die sich für die Geschichte Göteborgs interessieren können am Näckrosdammen einige Entdeckungen machen. So findet man hier, etwas versteckt hinter Büschen, die Kopie der von Johan Tobias Sergel geschaffene Büste von Gustav III und die Bronzestatue "När vänskapsbanden knytes" von Wäinö Aaltonen, die an die schwedisch-finnischen Bande erinnert.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Juli 2009

HDK- Högskolan för Design och Konsthantverk - Röhsska muséet

45 Masterstudenten der HDK, der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg zeigen noch bis zum 16. August 2009 ihre Examensarbeiten im Röhsska Muséet in Göteborg.


Die Arbeiten umfassen das ganze Spektrum an Design von Einrichtung über praktisches Design von Taschen bis zu rein künstlerischen Arbeiten. Eine der Fragen ist auch inwieweit Einrichtung Stress abbauen kann oder wie sie bei Konflikten die Spannungen abbauen oder reduzieren kann.


Design und Kunsthandwerk geht in jeder Schaffung den Grenzweg zwischen Kreativität, schaffender Kunst und praktischer Anwendung. Zahlreiche der Exponate stehen auch in direktem Zusammenhang mit dem Stadtbild von Göteborg.


Die drei Bilder des Werkes "Konstellation" zeigen die Examensarbeit von Karin Esbjörnsson, die aus einem Rest an Lehm langsam ein Kunstwerk entstehen lässt, das fast schon ein eigenes Leben führt. Karin Esbjörnsson arbeitet im Bereich Applied Art Master Level Ceramic Art.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Die südlichen Schären von Göteborg

Die südlichen Schären von Göteborg bestehen aus einer Vielzahl von Inseln wovon nur die größten von den städtischen Booten angefahren werden. Um die kleineren Inseln erreichen zu können benötigt man ein Kanu, ein Kajak oder in manchen Fällen auch ein kleineres Motorboot.


Die südlichen Schären werden dominiert von Klippen aus Granit und viele der kleineren Inseln besitzen weder Bäume noch Sträucher oder andere höher entwickelte Gewächse, was jedoch Wasservögel nicht davon abhält sich dort niederzulassen und zu nisten. Ein Besuch dort sollte also nicht gerade während der Brutzeit stattfinden.


Auf anderen Inseln sieht der Besucher der südlichen Schären bisweilen kleine Häuschen, stugor, die nur im Sommer zur Ferienzeit bewohnt werden und an deren Brücken an schönen Wochenenden hin und wieder ein Motorboot anlegt.


Aber selbst die kleinsten Inseln an denen die Boote der Styrsöbolaget vorbeifahren sind "bebaut": mit Kennzeichen für die Seefahrt und den Fährbetrieb ohne die ein Boot nicht während der Nacht verkehren könnten. Mehrere Tausend Bewohner der größeren Schäreninseln sind jedoch auf einen regelmäßigen Fährdienst angewiesen.


Die bedeutenderen Inseln der südlichen Schären Göteborgs werden von Saltholmen aus angefahren. Allerdings verkehren die Boote, je nach Tageszeit, in einem Rhythmus von 30 Minuten bis zu etwas über einer Stunde. Nur nachts sind die Inselbewohner gezwungen auf der Insel zu verbringen, sollten sie nicht über ein eigenes Boot verfügen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Juli 2009

Kunst im Botanischen Garten in Göteborg

Der Besucher des Botanischen Gartens (Botaniska Trädgården) kann auf seinen Spaziergängen unzählige Pflanzen, Bäume und Büsche aus aller Welt entdecken. Zu jeder Jahreszeit bietet sich ein anderes Bild. Aber der Botanische Garten verfügt auch über zahlreiche Kunstwerke, die, bis auf wenige Ausnahmen, in direktem Zusammenhang mit der Anlage stehen.


So entdeckt der Besucher schon wenige Meter nach dem Eingang in den Botanischen Garten von Göteborg das Kunstwerk "Najad" von C. Milles, der auch den Poseidonbrunnen am Götaplats und Susanna, Das Mädchen mit der Muschel geschaffen hat.


Gegenüber dem tropischen Gewächshaus entdeckt der naturinteressierte Besucher die 2 Tonnen schwere Granitskulptur "Ljusbåge", Lichtbogen, des Künstlers Erik Åkerlund, die 1996 ihren Platz im Botanischen Garten fand.


Von vielen Besuchern fast unbemerkt bleibt das Werk "Tulpan", Tulpe, am Rande der großen Liegewiese, das Eva Lange geschaffen hat, eine überdimensionale Tulpe die die Stadt Göteborg im Jahre 1995 erwarb.


Die jüngst erworbene Skulptur "Bruden som försvann", Die verschwundene Braut, des Künstlers Lars Stocks aus Göteborg befindet sich am Restaurant des Botanischen Gartens. Das Kunstwerk zog im Juni 2009 von der Trädgårdsföreningen an den jetzigen Platz.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin